Wenn der Forggensee im Allgäu abgelassen wird, zeigt sich ein seltenes und faszinierendes Naturschauspiel: Die Überreste versunkener Dörfer tauchen wieder auf. Was sonst unter Wasser verborgen liegt, wird plötzlich sichtbar und zieht Besucher und Besucherinnen aus ganz Deutschland ins Allgäu.
Ich hatte das Glück, genau zu diesem Zeitpunkt auf dem Campingplatz am See zu sein und habe mich auf Lost Place-Suche gemacht.
Warum sind die versunkene Dörfer Forggensee zu sehen?
Der Forggensee ist kein natürlicher See, sondern ein Stausee. Jedes Jahr wird er im Winter gezielt abgelassen, um Platz für die Schneeschmelze im Frühjahr zu schaffen. Dadurch sinkt der Wasserstand stark und gibt den Blick auf die Vergangenheit frei.
Denn bevor der See in den 1950er-Jahren entstand, lagen hier mehrere Dörfer bzw. kleinere Weiler. Die Bewohner und Bewohnerinnen mussten umgesiedelt werden, ihre Häuser, Straßen und Höfe verschwanden im Wasser.

Wenn der Forggensee abgelassen ist, sind die versunkenen Dörfer zu sehen
Die beste Zeit, um die versunkenen Dörfer im Forggensee zu entdecken, ist:
- Ende März/Anfang April
- abhängig von Wetter und Wasserstand
In dieser Zeit ist der Forggensee oft komplett oder teilweise abgelassen und die alten Strukturen werden sichtbar.
Mein Erlebnis zu den versunkene Dörfern im Forggensee
Als ich ankam, war der Forggensee abgelassen und wirkte ungewohnt leer. Wo sonst Wasser glitzert, erstreckten sich weite Flächen aus Schlamm, Kies und freigelegten Strukturen.
Um die Lage der Ruinen zu finden, musste erst einmal recherchiert werden, denn der See ist ziemlich groß. Man findet im Internet aber einige Angaben und vom Campingplatz aus, ist man in etwa 30 Minuten dort.
Fundamente, Mauerreste und alte Wege zeichneten sich klar in der Landschaft ab. Es war, als würde man durch ein vergessenes Kapitel Geschichte laufen. Jeder Schritt fühlte sich besonders an. Fast respektvoll gegenüber dem Leben, das hier einst stattgefunden hat.
Die Stille war beeindruckend. Kein Wasserrauschen, keine Boote, nur Wind und das Knirschen des Bodens unter den Füßen.
Mit Blick Richtung Schloss Neuschwanstein wurde dieser Moment noch surrealer: Märchenhafte Kulisse trifft auf eine freigelegte Vergangenheit.

Tipps für deinen Besuch am Forggensee
Wenn du die versunkenen Dörfer im Forggensee sehen willst, solltest du ein paar Dinge beachten:
Festes Schuhwerk
Der Untergrund kann matschig und rutschig sein.
Richtiger Zeitpunkt
Informiere dich vorab über den aktuellen Wasserstand und den Weg. Es werden auch Führungen angeboten, die jedoch schnell ausgebucht sind.
Kamera nicht vergessen
Die Szenerie ist perfekt für besondere Fotos und Videos.
Vorsicht
Bleibe auf sicheren Wegen, da der Boden stellenweise instabil sein kann. Gehe respektvoll mit der Natur und der Geschichte um!

Ein Geheimtipp im Allgäu
Der abgelassene Forggensee ist mehr als nur ein ungewöhnlicher Anblick. Er ist eine Reise in die Vergangenheit. Ein Ort, der zeigt, wie sich Landschaften verändern und welche Geschichten darunter verborgen liegen.
Dieses Erlebnis ist selten, still und eindrucksvoll zugleich. Und genau das macht es zu einem echten Geheimtipp im Allgäu.
Wenn das Wasser zurückkehrt, verschwindet alles wieder. Doch wer einmal dort war, weiß: Unter der Oberfläche wartet eine ganze Welt darauf, wieder entdeckt zu werden.



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