Die Ortschaften im pfälzisch-elsässische Grenzgebiet können auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken und heute noch finden sich überall Spuren davon. So zum Beispiel bei Schaidt, bei dem ein Sapziergang auf dem Westwallweg über knapp 9 Kilometer an historischen Relikten vorbei – ohne nenneswerte Steigung und mit Kraxe gut machbar. Ich habe auch Berichte von Leuten gefunden, die den Kinderwagen nutzen. Das kann ich mir nicht vorstellen und auch nicht empfehlen, da es streckenweise immer wieder über schmale, wurzelige Pfade zu historischen Spuren im Bienwald geht.
Info: Dieser Bericht soll eine Orientierungshilfe bieten, die Strecke und ihre Begebenheiten vorstellen und helfen, die Anforderungen der Tour einzuschätzen. Vergesst nicht, zusätzliches Kartenmaterial mitzuführen und euch vor Antritt der Wanderung über Streckensperrungen, An- und Abreise usw. zu informieren! Vor allem in den Sommermonaten sollte ein guter Mückenschutz bei Auflügen in den Bienwald im Wandergepäck nicht fehlen!
Einkehrmöglichkeiten findel ihe bei der Sportgaststätte in Schaidt Clubhaus – tus08-schaidt.de und beim Naturfreundehaus Kandel. Das liegt zwar nicht direkt am Weg, aber nicht weit weg. Den Track zur Tour findet ihr unter anderem HIER.
Streckenbeschreibung: Los geht es am Sportgelände von Schaidt, bei dem es auch Parkplätze gibt. Zu erreichen ist es über die Speck- bzw. Waldstraße, Schaidt hat außerdem auch einen Bahnhof. Der rote Punkt markiert den Spaziergang auf dem Westwallweg. Da es sich um einen Rundweg handelt, ist es egal, in welche Richtung man startet. Ich empfehle, erst über den offenen Platz in Richtung Tenniscourt zu gehen. Nun muss man kurz aufmerksam sein, um die Abzweigung rechterhand nicht zu übersehen, die in ein kleines Waldstück führt und dann an der Straße entlang zur Bildeiche reicht.
Wanderung führt an historischen Spuren im Bienwald vorbei

Um 1800 schnitzte ein Auswanderer aus Schaidt einen Bildstock und bat damit um Schutz für eine glückliche Überfahrt nach Amerika. Dieses Bild fand seinen Platz über 150 Jahre lang in der hohlen Eiche, bis der Baum zerfiel. Danach wurde die heutige Bildeiche aufgestellt, die zuletzt 1995 erneuert wurde.
Viel zu sehen beim Speziergang auf dem Westwallweg

Nun geht es in den Wald hinein und nach wenigen Minuten entdeckt man einen auffälligen Betonklotz mitten im Dickicht. Dabei handelt es sich um einen Ein-Mann-Bunker. Eine Informationstafel verrät, dass im Herbst 1944 im Bienwald noch viele dieser Bunker, in denen grade einmal ein Soldat samt Waffe Platz fand, ausgehoben wurden. Sie kamen allerdings nicht zum Einsatz, da eine Verteidigung zu diesem Zeitpunkt bereits aussichtslos war.
Geschichte in der Südpfalz: auf historischen Spuren im Bienwald

Man folgt weiter der Markierung, die an zerfallen Überresten einer Bunkeranlage vorbeiführt und dann bald nach links. Über einen schmalen, verwachsenen Pfad kommt man erneut zu Ein-Mann-Bunkern oder „Kochbunkern“, wie sie nach ihrem Erfinder dem Gauleiter aus Ostpreußen Erich Koch genannt wurden. Nachdem man zurück auf dem Hauptweg ist, gelangt man bald zur über 350 Jahre alten Bismarckeiche, die einen Umfang von sechs Metern präsentiert und als eine der ältesten Eichen im Bienwald. Nun folgt ein besonders idyllischer Wegabschnitt des Spaziergang auf dem Westwallweg, der immer am Heilbach entlangführt. Der „Heilbachpfad“ verläuft am Jakobshäuschen vorbei. Man befindet sich bereits auf dem letzten Drittel der Tour, erblickt weitere historische Spuren im Bienwald, wie die Überreste einer Bunkeranlage und eine Reihe von „Mundatsteinen“.
Spaziergang auf dem Westwallweg führt zu Bunkern in der Südpfalz


Diese Grenzsteine wurden zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert gesetzt, um den Klosterbezirk Weißenburg und das Gebiet des Bistums Speyer zu markieren. Weiter geht es nun zu den „Turkogräbern“. Die Turko-Soldaten waren für die Franzosen im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 im Einsatz. Fünf der Männer aus Nordafrika erlagen in den ersten Kriegswochen ihren schweren Verletzungen und wurden an dieser Stelle im Bienwald beigesetzt. Nun muss man nur wenige Minuten weiterlaufen, bis man vor den Resten des ehemaligen Bunkers „Kiefernwald“ steht. Zu sehen ist nur noch ein begrünter Hügel, da der Westwallbunker 1946 gesprengt wurden. Eine Informationstafel veranschaulicht die Geschichte der Bunkeranlage und des Ortes Schaidt im Zweiten Weltkrieg. Der Weg bringt den Wanderer nun bald aus dem Wald hinaus und über einen asphaltierten Weg zurück zur Sportanlage.

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