Wer eine Reise durch die Südvogesen plant, kommt an der Kapelle von Ronchamp nicht vorbei. Wie ein kleiner weißer Fleck über dem 3000-Seelen-Ort Ronchamp leuchtet sie aus den dichten grünen Baumkronen hindurch. Das außergewöhnliche Bauwerk erreichen Ausflügler in knapp zwei Autostunden ab Straßburg und sollten sich für die Besichtigung des Areals ausreichend Zeit nehmen. Wer nicht mit dem Auto bis hinauffahren will, läuft vom Dorf in einem kurzen Marsch bergauf. Auge und Herz weiten sich auf dem Weg zum Sakralbau, der dann ins Blickfeld rückt.
Ausflugstipp: Zur Kapelle von Ronchamp




Im Jahr 1955 errichtete der Architekt Le Corbusier auf einem Hügel von Ronchamp dieses Meisterwerk, die Kapelle Notre-Dame du Haut. Es ist die einzige Kapelle, die Le Corbusier gestaltet hat. Etwa 18.000 Besucherinnen und Besucher kommen jährlich aus alles Welt zur Kapelle. Kurioserweise sind es eher Menschen, die sich für die Architektur interessieren – und weniger aus religiösen Beweggründen. Dementsprechend werden nur selten Messe in der Kirche gehalten, wobei das durchaus möglich ist.
Le Corbusier wirkte vor allem in asiatischen Ländern und gilt als einer der einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Den vom ihm erdachten Architekturstil, den Brutalismus, hat er auch an der Kapelle von Ronchamp umgesetzt. Die Kirche sowie weitere Bauten von Le Corbusier und anderen namhaften Architekten sind seit 2016 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Schon bevor die Notre-Dame du Haut erbaut wurde, strahlte dieses Fleckchen Erde in den Südvogesen wohl eine gewisse Spiritualität aus. Bereits in der römischen Zeit gab es eine religiöse Stätte. Im Jahr 1092 wird dann zum ersten Mal eine Kirche erwähnt.
Einen Blick ins Innere der Kapelle von Ronchamp




Die Baustelle von Le Corbusier dauerte von 1953 bis 1955. Angeblich war der Architekt von der Landschaft sehr eingenommen und schuf einen „weißer Leuchtturm, der Pilger anzieht“. So hat Le Corbusier den heiligen Raum neu interpretiert, stellt Natur, Architektur und Religion in Zusammenhang. Ausdruck findet das in Natursymbolen wie Blumen und Vögel und einem besonderen Licht. Egal aber, wie einnehmend das alles sein mag, es nagt der Zahn der Zeit an der Kapelle von Ronchamp. Seit der Einweihung wurde sie nie restauriert. Eindringendes Wasser führte zuletzt zu Abnutzung und Instabilität. Deshalb werden die Gebäue auf dem Areal seit geraumer Zeit für knapp drei Millionen Euro renoviert. Auch in den kommenden Monaten finden noch Arbeiten statt, die Kapelle bleibt währenddessen aber öffentlich zugänglich.
HIER könnt ihr euch über den Eintritt und die Öffnungszeiten der Kapelle von Ronchamp informieren.
Tipp: Auch den Ort Ronchamp erkunden

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