Wenn die Temperaturen in der Pfalz wieder über 30 Grad klettern, zieht es viele Menschen an Seen, ins Schwimmbad oder an die Weinberge. Wer es etwas ruhiger mag, findet mitten im Pfälzerwald eine ganz besondere Möglichkeit zur Abkühlung: die historische Walddusche zwischen Gleisweiler und Frankweiler. Versteckt unter dem grünen Blätterdach liegt hier ein kleiner Ausflugsort, der Geschichte, Natur und eine ordentliche Portion Erfrischung miteinander verbindet.

Schon der Weg zur Walddusche macht deutlich, dass es hier nicht um ein klassisches Ausflugsziel mit Parkplatz, Kiosk und Liegewiese geht. Wer von Frankweiler aus startet, folgt der Verlängerung des „Steigerter Hofs“ in den Wald. Nach knapp einem Kilometer ist das Ziel erreicht. Der Weg ist relativ kurz und auch mit einem Outdoor-Kinderwagen machbar.
Ausflug zur Walddusche bei Gleisweiler an heißen Tagen
Dann taucht sie zwischen den Bäumen auf: die Walddusche. Das Wasser des Hainbachs wird über eine mehrere Meter lange, in Sandstein gefasste Rinne zur Anlage geleitet und stürzt dort schließlich als Strahl ins Becken. Das Wasser ist selbst im Hochsommer erstaunlich kalt.

Bei meinem Besuch im Juli zeigte die Kreidetafel an der kleinen Tür der Walddusche 13 Grad Wassertemperatur. Für die Füße ist das gerade noch angenehm, zumindest für einige Minuten. Wer mutiger ist, kann sich unter den Wasserstrahl stellen und eine Kaltwasserdusche ausprobieren. Eine Handvoll Stammgäste macht genau das offenbar regelmäßig. Manche kommen sogar täglich. Und zwar unabhängig von der Jahreszeit. Selbst im Winter lassen sich Besucher und Besucherinnen von Eiszapfen am historischen Mauerwerk nicht abschrecken. Eine Umkleidekabine gibt es übrigens ebenfalls. Wer also spontan beschließt, die komplette Dusche auszuprobieren, muss sich anschließend nicht im Wald umziehen. Ein Handtuch sollte man trotzdem unbedingt im Rucksack haben.
Eiskalte Abkühlung bei der Walddusche Pfälzerwald
Die Walddusche ist allerdings nicht erst seit den aktuellen Hitzetagen ein beliebtes Ziel. Ihre Geschichte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1848 wurde sie vom Arzt Ludwig Schneider für seine Kaltwasser-Heilanstalt errichtet. Später geriet die Anlage in Vergessenheit und wurde von der Natur überwuchert.

Erst 1990 wurde die historische Walddusche wiederentdeckt. Ehrenamtliche legten das Gelände frei und bauten die Anlage wieder auf. 1996 konnte schließlich die Einweihung gefeiert werden. Heute ist die Walddusche für viele Wanderer und Spaziergänger*innen ein fester Bestandteil ihrer Tour durch den Pfälzerwald. Kinder lassen kleine Boote durch den Wasserlauf fahren, planschen im flachen Bachbett oder entdecken die kleinen Lebewesen zwischen den Steinen. Erwachsene kühlen Hände und Füße im Wasser oder wagen sich gleich unter den kalten Strahl. Gerade an heißen Sommertagen wird es hier entsprechend lebhaft.
Walddusche bei Gleisweiler auf Wanderung entdecken
Die Walddusche lässt sich auch gut mit einer größeren Wanderung verbinden. Wer nach der Abkühlung noch weiterlaufen möchte, findet in der Umgebung verschiedene interessante Ziele. Die Landauer Hütte, die Ringelsberghütte oder die Trifelsblickhütte bieten sich als weitere Stationen an. So lässt sich aus dem kurzen Spaziergang zur Walddusche problemlos eine längere Tour durch den Pfälzerwald machen. Und gerade im Sommer hat die Kombination ihren besonderen Reiz: Erst wandern, dann die Schuhe ausziehen, die Füße ins eiskalte Wasser halten und ein paar Minuten unter dem Blätterdach sitzen. Was die Walddusche so reizvoll macht, ist ihre Einfachheit. Kein großes Freizeitangebot, keine künstliche Attraktion – nur Wasser, Sandstein und Wald. Dazu kommt die besondere Atmosphäre des historischen Ortes.
Mein Tipp für heiße Sommertage: Handtuch einpacken, Wanderschuhe anziehen und die Walddusche als kühles Zwischenziel einer Tour durch den Pfälzerwald einplanen. Die 13 Grad Wassertemperatur sind jedenfalls eine ziemlich gute Garantie dafür, dass man die Hitze für einen Moment vergisst.
Info: Die Walddusche ist von Frankweiler aus über die Verlängerung des „Steigerter Hofs“ erreichbar. Die einfache Strecke beträgt knapp einen Kilometer. In der Nähe liegen unter anderem die Landauer-, Ringelsberg- und Trifelsblickhütte. Eine Umkleidekabine ist an der Walddusche vorhanden. Wer die kalte Dusche ausprobieren möchte, sollte ein Handtuch einpacken. Weitere Informationen gibt es unter www.walddusche.de.
Kontakt und Info
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