Ein Wochenende in der Pfalz, drei Kinder und nur wenige Quadratmeter Platz: Das Tiny House auf dem Campingplatz Wappenschmiede in St. Martin bietet eine ungewöhnliche Möglichkeit für einen Kurzurlaub mit der Familie. Zwischen Weinbergen, Wald und historischen Gassen wird die kompakte Unterkunft zum Ausgangspunkt für kleine und große Abenteuer. Das Tiny House ist eine neue Ergänzung des Angebots der Wappenschmiede in St. Martin. Es richtet sich vor allem an Gäste, die Campingatmosphäre erleben möchten, aber weder Zelt noch Wohnwagen oder Wohnmobil besitzen. Auf kleinem Raum findet sich alles, was für einen Kurzurlaub notwendig ist. Für eine Familie mit Baby, Kindergarten- und Grundschulkind wird das Tiny House für zwei Tage zum Zuhause und zur Basis für Unternehmungen rund um St. Martin. Denn viel Zeit im Haus zu verbringen, ist eigentlich gar nicht nötig.
Ich wurde mit meinen Kindern für zwei Nächte in das Tiny House eingeladen, was jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Berichterstattung hat. In diesem Blogbeitrag schildere ich euch meine ehrlichen Eindrücke und Erfahrungen.
Kurzurlaub auf dem Campingplatz Wappenschmiede

Schon St. Martin selbst lohnt sich für einen Kurzurlaub oder Ausflug. Der bekannte Weinort an der Südlichen Weinstraße ist geprägt von historischen Fachwerkhäusern, engen Gassen und seiner Lage zwischen Weinbergen und Pfälzerwald. Vom Campingplatz Wappenschmiede aus lässt sich der Ort bequem erkunden. Wer lieber direkt in die Natur möchte, findet rund um St. Martin zahlreiche Wanderwege mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden. Gerade für Familien mit Kindern bieten sich dabei auch kürzere Touren an, bei denen unterwegs genügend Zeit zum Entdecken bleibt.
Ein beliebtes Ausflugsziel in der Umgebung ist der Sandwiesenweiher bei St. Martin. Für Kinder ist besonders der dortige Barfußpfad interessant. Unterschiedliche Untergründe, eine Wackelbrücke und jede Menge Matsch machen aus einem gewöhnlichen Spaziergang schnell ein kleines Abenteuer. Schuhe aus und los: Hier wird der Weg selbst zum Erlebnis. In der Umgebung liegen außerdem das „Haus an den Fichten“ und die Grillhütte St. Martin, die sich als Ziele oder Zwischenstationen für eine Pause anbieten. Eine besondere Attraktion wartet ebenfalls am Sandwiesenweiher: Hier leben Auerochsen. Das Gehege lässt sich auf einem etwa 4,5 Kilometer langen Spaziergang umrunden. Mit etwas Glück können Familien die imposanten Tiere unterwegs aus der Nähe beobachten. Damit verbindet die Tour gleich mehrere Dinge, die einen Ausflug mit Kindern spannend machen: Bewegung, Natur und die Aussicht auf eine tierische Begegnung.
Zwei Nächte im Tiny House in St. Martin

Zurück im Tiny House zeigt sich schnell, was „Tiny“ im Familienalltag tatsächlich bedeutet. Mit drei kleinen Kindern wird der vorhandene Platz intensiv genutzt. Jeder Gegenstand braucht seinen festen Ort. Die Schlafplätze werden zu kleinen Rückzugsorten, während der begrenzte Wohnraum je nach Tageszeit gleichzeitig Essplatz, Spielzimmer und Schlafzimmer ist. Genau darin liegt aber auch der Reiz des Konzepts. Das Tiny House will keine großzügige Ferienwohnung ersetzen. Es ist vielmehr ein kompakter Ausgangspunkt für einen Kurzurlaub, der sich größtenteils draußen abspielt. An heißen Sommertagen wird dabei ein Ausstattungsdetail besonders wichtig: die Klimaanlage. Wenn am Abend alle von den Erlebnissen des Tages müde sind, verändert sich die Atmosphäre im kleinen Haus. Aus der funktionalen Unterkunft wird ein gemütlicher Familienraum. Schlafanzüge, Kuscheltiere und Trinkflaschen gehören zur Abendroutine – fast wie zu Hause, nur auf deutlich weniger Quadratmetern.
Wer sich auf dem Campingplatz Wappenschmiede umsieht, entdeckt einen Ort, dessen Geschichte weit über den heutigen Tourismus hinausreicht. Das Gelände grenzt unmittelbar an St. Martin und kann deshalb kaum noch erweitert werden. Umso interessanter sind neue Übernachtungskonzepte, die sich in den bestehenden Platz integrieren lassen. Weitere Tiny Houses sind bereits in Planung. Dabei ist die Geschichte der Wappenschmiede wesentlich älter als der Campingplatz.
Historie vom Campingplatz Wappenschmiede

Der Überlieferung zufolge wurden an diesem Ort einst Waffen für die Ritter von Dalberg gefertigt, die ihren Sitz auf der nahe gelegenen Kropsburg hatten. Später stellte die Schmiede vor allem Ackergeräte und Werkzeuge für Landwirtschaft und Weinbau in St. Martin her. Eine Urkunde aus dem Jahr 1622 bezeichnet die Anlage als „Waffenschmittmühle“. 1902 wurde der Schmiedebetrieb eingestellt. 1938 übernahm ein Krämer und Posthalter das Anwesen und baute die Wappenschmiede zu einer Gaststätte um. Diese gehört bis heute zum Ensemble des Campingplatzes. Die historische Schmiede selbst wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Doch schon wenige Jahre später begann ein neues Kapitel: 1952 entstand auf dem Obstgarten hinter der Wappenschmiede der Campingplatz. Aus dem historischen Anwesen wurde ein Urlaubsort und die verschiedenen Entwicklungsphasen sind auf dem Gelände bis heute erkennbar. Mit dem Tiny House in St. Martin wird diese Geschichte nun um ein weiteres Kapitel ergänzt.
Wie wohnt es sich im Tiny House in St. Martin?
Für Familien lohnt es sich, nicht nur die Umgebung zu erkunden. Auch auf dem Campingplatz selbst gibt es für Kinder einiges zu entdecken. Ein kleiner Spielplatz gehört ebenso dazu wie ein Gehege mit Hühnern und Meerschweinchen. Das Tiny House wird dabei weniger zum eigentlichen Reiseziel als zum gemütlichen Basislager. Und vielleicht passt gerade deshalb das Konzept so gut zur Wappenschmiede: Ein traditionsreicher Campingplatz bekommt eine moderne Übernachtungsmöglichkeit, ohne seinen ursprünglichen Charakter zu verlieren. Für Familien bedeutet das vor allem eines: ein ungewöhnlicher Schlafplatz mitten in einer Region, in der das nächste kleine Abenteuer direkt vor der Tür beginnt.
Kurzurlaub auf dem Campingplatz Wappenschmiede

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