Heiße Temperaturen können kleine und große Ausflügler nicht davon abhalten, in der Pfalz unterwegs zu sein. Neben bekannten Orten wie der Karlstalschlucht bei Trippstadt und der Bärenhöhle bei Pirmasens finden sich weitere Ausflugstipps im Pfälzerwald, die Abkühlung am Ausflugstag versprechen. Eine Auswahl.
Gefühlter Kurzurlaub im Dahner Felsenland: Ausflugstipps im Pfälzerwald

Wer im Hochsommer dem Trubel entfliehen und sich ganz nebenbei noch mehrfach abkühlen möchte, sollte sich die Wasgau-Seen-Tour bei Ludwigswinkel und Fischbach/Dahn vormerken. Sie führt nicht nur durch den schattigen Pfälzerwald, sondern auch entlang von Bächen, Seen und Badeweihern, die Urlaubsflair versprechen. Von den offiziellen, recht sportlichen 20 Kilometern sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn es gibt zahlreiche Kurzvarianten und auch Radwege in dieser Ecke der Pfalz.
Eine auch bei sommerlichen Temperaturen gut machbare 14-Kilometer-Variante startet beim Biosphärenhaus Fischbach, das nach wie vor auf unbestimmte Zeit geschlossen ist. Der erste Wegabschnitt folgt dem Wasser-Erlebnisweg und der Saarbach wird zum plätschernden Begleiter. Nach etwa einer Stunde Gehzeit ist der Pfälzerwoog erreicht – ein stiller Waldweiher, der in den Sommermonaten von Seerosen überzogen ist. Zwar lädt er nicht direkt zum Baden ein, doch seine Ufer sind ein wunderbarer Platz für eine Pause im Schatten.
Wer möchte, streckt die Füße ins Wasser oder genießt einfach die kühle Waldluft. Es folgt der einzige nennenswerte Anstieg der Wanderung: ein kurzer, aber steiler Weg führt zum Lindelskopf, einem Aussichtsfelsen mit Weitblick über das Dahner Felsenland. Hier oben weht oft ein frischer Wind und der Weg führt nun abwärts ins Tal nach Ludwigswinkel, wo gleich mehrere Quellen und Brunnen für Trinkwasser sorgen.
Wenig später ist bereits der Rösselsweiher erreicht. Auch dieser See ist zwar kein offizieller Badesee, lädt aber zur Verschnaufpause ein. Nur einen Katzensprung weiter liegt dann der Badesee Sägmühlweiher – ruhig, schattig und wie gemacht für eine längere Pause. Rundherum gibt es flache Uferbereiche und Bänke im Schatten.
Der Höhepunkt des Tages folgt ganz zum Schluss: der Saarbacherhammer, ein Badesee par excellence. Während die vollständige Wasgau-Seen-Tour ab hier noch über 7,5 Kilometer zurück zum Ausgangspunkt führt, kann man nun auch den kurzen Rückweg über den Radweg direkt nach Fischbach antreten. Nach etwa drei Kilometern endet die Tour dann wieder am Biosphärenhaus.
Extra-Tipp: Unweit von Ludwigswinkel liegt die „Area 1“, ein ehemaliges Militärgelände, das heute der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird und eine Lost-Place-Atmosphäre versprüht. Ein Abstecher dorthin kann leicht eingeplant werden. Und: Badesachen im Wanderrucksack nicht vergessen.

Mit Kindern in der Pfalz unterwegs: Abkühlung unter der Walddusche bei Frankweiler
Es ist eine der schönsten Wanderungen in der Südpfalz und sie hält eine ganz besondere Überraschung bereit, die historische Walddusche mitten im Wald. Auf rund zehn Kilometern bietet die Strecke alles, was das Wanderherz begehrt: schöne Ausblicke über die Rheinebene und den Pfälzerwald, Hütten zum Einkehren, schmale Pfade durch dichte Wälder und eine kalte Erfrischung zum Abschluss. Los geht’s am Wanderparkplatz St. Johann in Frankweiler. Von dort läuft man direkt bergauf in Richtung Orensfels und Naturfreundehaus Kiesbuckel, bei dem es sich um die erste Einkehrmöglichkeit auf der Tour handelt. Von dort geht es erneut bergauf bis zum Orensfels, einem der schönsten Fleckchen im Pfälzerwald. Wie zwischen Himmel und Erde scheint man auf dem Felsenplateau zu schweben. Nur ein kurzer Marsch ist es von hier zur Landauer Hütte, der zweiten potenziellen Einkehrgelegenheit. Die Landauer Hütte zählt zu den größeren und besucherstärkeren im Pfälzerwald und kann aus vielen Richtungen angelaufen werden.
Von hier führt der Weg nun hinab ins Tal, wo bereits das nächste Erlebnis wartet: die Walddusche. Direkt am plätschernden Hainbach gelegen, bietet sie vor allem an warmen Tagen eine willkommene Erfrischung. Errichtet wurde sie bereits 1848 als Teil der Heilanstalt Gleisweiler. Damals nutzten Kurgäste die aus Sandstein gemauerte Dusche zur Wassertherapie. Über einen drei Meter hohen Einlauf stürzt heute noch frisches Quellwasser in eine steinerne Duschkammer – mit Temperaturen um die 10 Grad. Mutige Besucherinnen und Besucher können sich mitten im Wald von einem eiskalten Strahl duschen lassen. Nach der Abkühlung führt der Weg gemütlich weiter entlang des Hainbachs zurück Richtung Frankweiler. Im Ort biegt man rechts ab, läuft ein kurzes Stück durch den Ort und schließlich an Weinreben entlang zurück zum Ausgangspunkt am St.-Johann-Parkplatz.
Extra-Tipp: Handtuch nicht vergessen. Das Bad unter der Walddusche ist bei 10 Grad nur für Hartgesottene zu empfehlen. Die Anlage ist öffentlich zugänglich, jedoch gilt: Duschgel oder Seife sind tabu. Wer nicht wandern, sondern direkt hinlaufen möchte – vor allem wenn man mit Kindern in der Pfalz unterwegs ist – startet in Frankweiler und orientiert sich an der Straße „Steigerter Hof“.
Burg, See, Hütte: Ausflugstipps im Pfälzerwald

Einer von vielen Ausflugstipps im Pfälzerwald: Eine Burg, ein Badeweiher und eine nahe gelegene PWV-Hütte: so klingt ein schöner Sommertag in der Pfalz. Das alles ist zu finden in Erlenbach/Dahn, wo die Burg Berwartstein weithin sichtbar auf einem Pfälzerwaldhügel thront. Wer möchte, kann die Burg zu Anfang des Ausflugs besichtigen oder sich das für später aufheben. Die Burg wurde im 19. Jahrhundert wiederaufgebaut, ist heute in Privatbesitz und beherbergt unter anderem einen Rittersaal, in dem man einkehren kann. Führungen sind möglich und geben spannende Einblicke in das Leben und die Legenden rund um den sagenumwobenen Pfälzer Raubritter Hans Trapp.
Nur einen Steinwurf von Berwartstein entfernt liegt der Badeweiher „Seehof“. Der Naturbadesee ist umgeben von einer großen Liegewiese, es finden sich schattige Plätze unter Bäumen und ein Kiosk. Mit einer Wanderung von einer knappen Stunde verbunden ist der Abstecher zur PWV-Hütte Hirzeckhaus, die oberhalb des Sees liegt. Ein uriger Pfad führt hinauf und der anstrengende Anstieg wird mit Pfälzer Kost und Schorle belohnt – zumindest wenn die Hütte, die von Ehrenamtlichen betrieben wird, geöffnet hat.

Und wer in der Ecke sportlich unterwegs sein möchte, findet in der Hans-Trapp-Tour mit rund 14 Kilometern eine gute Möglichkeit. Startpunkt ist der Parkplatz an der Bushaltestelle in Erlenbach bei Dahn. Von hier folgt man den schwarz-weißen Schildern mit Rittersymbol, benannt nach Hans Trapp, dem sagenumwobenen Raubritter Hans von Trotha. Gleich zu Beginn führt der Weg hinauf zur Burg Berwartstein, danach verläuft er durch dichte Wälder, vorbei an kleinen Seen und entlang eines Bachlaufs. Nach einem Abstieg erreicht man den Ort Lauterschwan, bevor es wieder durch Wiesen und Wald in Richtung Seehofweiher geht. Wer nach dem Bad noch Energie hat, kann dem Weg weiter folgen – vorbei am Campingplatz und der Ruine Klein-Frankreich, einem alten Wehrturm mit schönem Ausblick – zurück zur Burg Berwartstein.
Extra-Tipp: Die Hans-Trapp-Tour kann von rund 14 auf neun Kilometer gekürzt werden. Ein weiterer von vielen schönen Ausflugstipps im Pfälzerwald: Zum Hirzeckhaus kommt man auch vom gleichnamigen Parkplatz aus, der über Birkenhördt angesteuert werden kann. Hinter dem Ort führt ein Sträßchen acht Kilometer durch den Wald. Vom Parkplatz ist es dann ein einfacher Waldspaziergang von 20 Minuten bis zur Hütte. Öffnungszeiten aktuell prüfen.
Mit Kindern in der Pfalz zum Ungeheuersee

Wer einen entspannten Ausflug mit Kind und Kegel plant oder einfach nur Lust auf einen ruhigen Spaziergang hat, ist auf der „Bänkeltour“ (6,5 Kilometer) zum Ungeheuersee bei Weisenheim am Berg genau richtig. Der sagenumwobene See liegt etwas versteckt im Pfälzerwald und ist ein beliebtes Ziel für einen sommerlichen Ausflug. Der Weg verläuft ohne große Höhenmeter oder spektakuläre Aussichten, aber mit viel Ruhe und „Natur pur“. Startpunktdes Ausflugstipps im Pfälzerwald ist der Wanderparkplatz am Ende der Haalbergstraße in Weisenheim am Berg. Zunächst führt der Weg durch das Wohngebiet und durch die Straße „Am Kirschberg“, an deren Ende es in den Wald hineingeht. Der Weg steigt sanft, aber stetig an und ist mit geländegängigem Kinderwagen gut machbar. Zahlreiche Sitzbänke – daher der Name „Bänkeltour“ – laden zum Verschnaufen ein.
Nach etwa der Hälfte des Weges wird es lebendiger im Wald, denn der Ungeheuersee ist nicht mehr weit. Der flache Moorsee steht unter Naturschutz und kann je nach Wetterlage auch mal trockenliegen. Dennoch lohnt sich der Besuch: Die PWV-Hütte direkt am Seeufer bietet kleine Speisen, Getränke und eine schöne Rastmöglichkeit – wenn sie geöffnet ist. Der Rückweg verläuft anfangs auf derselben Strecke, zweigt dann aber auf einen gut ausgebauten Waldweg ab, der sanft bergab zurück nach Weisenheim führt. Dort lohnt sich ein kleiner Spaziergang durch den Ort mit seinen Weingütern und Vinotheken.
Extra-Tipp: Die Bänkeltour ist für alle eine Empfehlung, die entspannt im Wald unterwegs sein wollen – nicht nur mit Kinderwagen, sondern auch als Gassi-Tour oder für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Bargeld für die Hütte nicht vergessen und Öffnungszeiten aktuell prüfen.
Mit Kindern in der Pfalz unterwegs: Schöne Ausflugstipps im Pfälzerwald
Ein variantenreicher Ausflugstag ist im Edenkobener Tal gut planbar. Zwei leichte Wandertouren bieten sich hier an, die sich auch miteinander kombinieren lassen: Der Spaziergang zur Nello-Hütte ist mit Outdoor-Kinderwagen machbar, die kleine Wanderung zum Hilschweiher dagegen bietet viel Spiel und Spaß entlang eines plätschernden Bachs – dann allerdings ohne Gefährt.
Die Tour zur Nello-Hütte startet am Waldparkplatz an der Edenkobener Hütte, auch „Hüttenbrunnen“ genannt, erreichbar über die Verlängerung der Klosterstraße. Die Strecke zur Hütte ist ausgeschildert und nach etwa einem Kilometer ist der Kohlplatz erreicht. Ab hier ist die explizite Kinderwagen-Strecke markiert sowie eine Alternative für alle, die es abenteuerlicher mögen. Die Nello-Hütte bietet nicht nur die typische Hütten-Speisekarte, sondern hat auch einige Spielgeräte.
Zurück am Ausgangspunkt der Tour sind es etwa fünf Kilometer, die man unterwegs war. Wer ohne Kinderwagen einen Ausflug plant, kann über einen kleinen Abenteuerpfad zum Hilschweiher laufen: Ebenfalls ab dem Hüttenbrunnen verläuft dieser schmale Pfad mal links, mal rechts des Triefenbachs über kleine Holzbrücken, Stege und durch den schattigen Wald.
Die rund 1,5 Kilometer lange Strecke ist abwechslungsreich und endet am Hilschweiher, der kein Badesee ist. Es lohnt sich, die Suche nach dem kleinen Wasserfall aufzunehmen und ein Kiosk sorgt – wenn geöffnet – für kühle Getränke und Snacks. Zurück geht es dann wie gekommen am Triefenbach entlang.
Extra-Tipp: Ebenfalls im Edenkobener Tal liegt das Naturfreundehaus Edenkoben. Um dorthin zu gelangen, ab dem Hüttenbrunnen etwa einen Kilometer in die andere Richtung – also nicht zum Hilschweiher – laufen. Bargeld für die Hütten und das Kiosk nicht vergessen und Öffnungszeiten aktuell prüfen.
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