Fladensteine: Wanderung zu den 7 Brüdern in der Pfalz

Hoch über dem kleinen Ort Bundenthal in der Südwestpfalz ragen die Fladensteine imposant aus dem Wald empor. Zu ihnen führt eine Wanderung von knapp neun Kilometern (300 Höhenmeter), bei der Wanderstöcke gute Dienste leisten. Ihren Namen verdanken die markanten Felsentürme den flachen, übereinanderliegenden Sandsteinschichten, die durch tektonische Prozesse und Verwitterung über Millionen von Jahren entstanden sind. Im Volksmund sind sie allerdings besser als die „Sieben Brüder“ bekannt. Einer alten Sage zufolge handelt es sich um sieben gewalttätige Burschen, die ihre Mitmenschen drangsalierten. Als sie eines Tages einen Bettler verspotteten und ihm jede Hilfe verweigerten, belegte dieser sie mit einem Fluch: „Weil eure Herzen so hart sind wie Stein, so sollt ihr zu Stein werden.“ Seitdem stehen die sieben Brüder als Felsen mitten im Wald und sind Teil der Fladensteine bei Bundenthal.

Wanderung führt zu Fladensteine bei Bundenthal

Wandersfrau vor Steinkoloss im Wald
Die Wanderung führt durch den Pfälzerwald.

Die Wanderung beginnt im Ortszentrum von Bundenthal. Von dort führt der Weg über die Hauptstraße und anschließend die Fladensteinstraße hinauf. Bereits am ersten Laternenmast weist die Markierung der Jüngstberg-Tour den Weg: ein stilisierter schwarzer Fels mit Leiter auf gelbem Grund. Diesem Symbol folgt die Route während der gesamten Tour. Kurz hinter dem Ortsrand wird ein Wegweiser erreicht, an dem der Rundweg beginnt. Hier geht es nach links weiter. Schon bald eröffnen sich schöne Ausblicke auf Bundenthal, bevor ein schmaler Pfad in den Wald führt. Unterwegs passiert die Strecke eine Anlage für Westernreiter und Hundefreunde. Nach rund zwei Kilometern ist der Kastellfelsen erreicht. Dort beginnt der Aufstieg zum Jüngstberg. Anfangs verläuft der Weg noch moderat, wird aber zunehmend steiler und verlangt Kondition. Eine Rastbank bietet Gelegenheit für eine kurze Pause. Danach folgt ein entspannter Abschnitt bis zu einer Wegkreuzung. Mit etwa vier Kilometern ist hier bereits gut die Hälfte der Strecke geschafft. Bis zum Gipfel des Jüngstbergs sind es nun noch rund 700 Meter. Über schmale Waldpfade geht es erneut kräftig bergauf, zuletzt in Serpentinen auf den knapp 500 Meter hohen Berg mit seinen markanten Buntsandsteinfelsen und großartigen Blicken auf die Fladensteine bei Bundenthal.

Die 7 Brüder und ihre Geschichte

Hohe Buntsandsteinfelsen im Pfälzerwald
Über diesen Pfad verläuft die Wanderung im Wald.

Ein Höhepunkt der Tour ist die Jüngstbergkanzel. Über eine Metalltreppe gelangt man auf das gesicherte Aussichtsplateau, das einen beeindruckenden Blick über den Wasgau bietet. Auf der gegenüberliegenden Seite führt der Weg zunächst steil und steinig bergab. Anschließend wird es auf dem Richard-Engel-Steig noch einmal spannend. In engen Serpentinen geht es teils recht luftig hinunter ins Tal. Für die letzten Meter hilft ein um einen Baum gewundenes Seil beim Abstieg. Unten angekommen, lädt eine Wellenliege zu einer wohlverdienten Pause ein. Nach etwa sechs Kilometern wird eine Jagdhütte erreicht, die sich hervorragend für ein Picknick eignet. Danach verläuft die Strecke durch offenes Wiesen- und Waldgelände, bevor sie wieder in den Wald hineinführt. Am Parkplatz beginnt schließlich der Geopfad rund um die Fladensteine bei Bundenthal. Zunächst folgt die Route einem breiten Weg, bevor sie links abzweigt und dem Wegweiser Richtung Sportplatz folgt.

Vorbei an den Fladensteine bei Bundenthal auf der Pfalz-Wanderung

Nun beginnt eine kleine Reise durch die Erdgeschichte: Entlang des Geopfads wird die Entstehung des Buntsandsteins erklärt, dessen Ursprung rund 250 Millionen Jahre zurückliegt. Zuerst erhebt sich der mächtige Erlenbacher Turm, danach folgen seine Brüder: Backofen, Jüngstturm, Stuhl, Ilexturm, der Namenlose und schließlich der Bundenthaler Turm. Jeder dieser Felsen besitzt seinen ganz eigenen Charakter und wurde von Wind, Wasser und Zeit zu einer beeindruckenden Naturskulptur geformt. Informationstafeln entlang des rund 400 Meter langen Weges vermitteln Wissenswertes über die Geologie des Pfälzerwaldes sowie über Entstehung, Vorkommen und Nutzung der Gesteine. Mit 52 Metern Höhe ist der Bundenthaler Turm der größte der sieben Brüder. Am Sportplatz verlässt die Route den Wald und führt rechts hinab ins Tal. Schließlich wird wieder der Wegweiser vom Beginn der Tour erreicht.

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