Vom Weinfass zum römischen Weingut: Wanderung rund um Bad Dürkheim

Die Pfalz und der Wein gehören untrennbar zusammen. Wer beides mit einer schöner Wanderung verbinden möchte, findet rund um Bad Dürkheim eine mittelschwere Tour. Wandern bei Bad Dürkheim bedeutet in diesem Fall: eine etwa elf Kilometer lange Rundwanderung mit rund 200 Höhenmetern. Es geht durch historische Weinlagen, zu einem der geschichtsträchtigsten Orte der Region und schließlich auf die Spuren des römischen Weinbaus.

Wandern bei Bad Dürkheim vorbei am Weingut und der Pfälzerwaldhütte

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Wurstmarkt-Parkplatz am Dürkheimer Riesenfass. Bereits von hier aus fällt der Blick auf die kleine Michaeliskapelle, die hoch über den Weinbergen auf dem Michaelsberg thront. Nach der Überquerung der B37 führt die Sachsenhütter Straße bergauf. Zahlreiche Wegmarkierungen, darunter der Wanderweg Deutsche Weinstraße, weisen den Weg zum ersten Höhepunkt der Tour.

Größtes Weinfass der Pfalz
Das Riesenfass auf dem Wurstmarkplatz.

Die Michaeliskapelle ist eng mit der Geschichte Bad Dürkheims verbunden. Schon im Mittelalter befand sich auf dem „Monte sancti Michaelis“ ein bedeutender Wallfahrtsort. Alljährlich pilgerten Gläubige zum Michaelstag im September auf den Berg. Händler nutzten die Gelegenheit und boten Speisen, Wein und verschiedene Waren an. Aus diesen Wallfahrtsmärkten entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der heutige Bad Dürkheimer Wurstmarkt, der mittlerweile als größtes Weinfest der Welt gilt.

Neben ihrer historischen Bedeutung begeistert die Kapelle vor allem durch ihre Lage. Von hier eröffnen sich eindrucksvolle Ausblicke über die Rheinebene, die Stadt Bad Dürkheim und die umliegenden Weinberge. Zwischen Rebstöcken, Streuobstwiesen und Trockenmauern wird schnell deutlich, warum Menschen diese Landschaft bereits vor Jahrhunderten für sich entdeckten.

Los geht es am Riesenfass Bad Dürkheim

Von der Michaeliskapelle führt die Wanderung weiter durch die Weinberge. Der Weg folgt zeitweise dem Logo der Deutschen Weinstraße und passiert einige der bekanntesten Weinlagen rund um Bad Dürkheim. Besonders im Frühjahr entfaltet die Region ihren ganz besonderen Charme, wenn entlang des Mandelpfades die rosa Blüten für beinahe mediterranes Flair sorgen. In den Sommermonaten sollte hingegen an ausreichend Sonnenschutz gedacht werden, da weite Teile der Strecke offen durch die Reblandschaft verlaufen.

Dass die Römer die Vorzüge dieser Region früh erkannten, überrascht kaum. Bereits im 1. Jahrhundert nach Christus entstand am Weilberg bei Ungstein ein repräsentatives römisches Weingut. Das milde Klima am Haardtrand bot ideale Bedingungen für den Weinbau und machte die Region zu einem wichtigen Standort.

Heute können Besucher und Besucherinnen die rekonstruierten Gebäude besichtigen und in die Geschichte des pfälzischen Weinbaus eintauchen. Besonders interessant ist das historische Kelterhaus mit seiner rechteckigen Tretanlage. Hier wurden die Trauben einst mit den Füßen verarbeitet, bevor der Most in ein tiefer gelegenes Becken floss und anschließend in Fässer umgefüllt wurde. Bei ausgewählten Veranstaltungen wird diese traditionelle Form der Weinherstellung von örtlichen Vereinen sogar noch heute vorgeführt.

Blauer Hommer, weiße Kapelle über Bad Dürkheim
Blick von der Michaeliskapelle auf den Wurstmarktplatz.

Durch Weinberge und Wälder Wandern bei Bad Dürkheim in der Pfalz

Nach der Besichtigung führt die Route weiter entlang der Deutschen Weinstraße. Vorbei am Annaberg, dem Bärbelhof und dem Ortsteil Leistadt wechselt die Landschaft allmählich von offenen Weinbergen zu schattigen Waldabschnitten.

Ab Leistadt folgt die Strecke der Markierung mit dem roten Balken. Teilweise geht es noch einmal spürbar bergauf, bevor das Forsthaus Weilach erreicht wird. Da die Beschilderung in diesem Abschnitt nicht immer eindeutig ist, empfiehlt sich die Mitnahme einer Wanderkarte oder die Nutzung einer digitalen Navigationshilfe.

römische Säulen im Pfälzer Rebenmeer
Blick ins römische Weingut.

Wer unterwegs einkehren möchte, kann einen kurzen Abstecher zur PWV-Hütte „In der Weilach“, auch Dürkheimer Hütte genannt, unternehmen. Die urige Hütte liegt nur wenige hundert Meter entfernt und bietet sich besonders an Wochenenden für eine Rast an. Anschließend führt der Weg durch dichten Wald vorbei an der Waldgaststätte zum Schützenhaus und schließlich wieder hinunter nach Bad Dürkheim. Über die Leistadter Straße gelangt man zurück zum Wurstmarkt-Parkplatz, wo diese abwechslungsreiche Rundwanderung endet.

Gebäude im römischen Stil bei Bad Dürkheim umrankt von Weinreben
Das historische Areal im Pfälzer Rebenmeer.

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