Wer familienfreundliche Ausflüge in der Pfalz plant und die Natur in all ihren Facetten erleben möchte, darf die Karlstalschlucht bei Trippstadt nicht verpassen. Die Schlucht gilt als eines der schönsten Fleckchen in der Pfalz und verspricht an heißen Tagen Abkühlung. Von Friedrich von Sckell im ausgehenden 18. Jahrhundert angelegt, finden sich am Ufer des Bächleins Moosalb kleine Brücken und Holzstege, Wasserbecken, Felsbrocken und Baumstämme, die zu einem Abenteuerspaziergang einladen. Nicht nur bei Fotograf*innen ist besonders der verträumte Pavillon im Zentrum der Schlucht beliebt. Wer nicht direkt einen der Parkplätze bei der Karlstalschlucht ansteuert, kann in Trippstadt starten. Es geht an der Burg Wilenstein vorbei, die aus dem späten 12. Jahrhundert stammt, bis die Schlucht nach etwa zwei Kilometern erreicht ist.

Beim Ausflugslokal „Klugsche Mühle“ beginnt dann der abenteuerliche Spaziergang. Nach rund 1,5 Kilometern ist das Ende am Oberhammer erreicht. Entweder geht es nun auf der anderen Seite des Baches zurück oder man verlängert die Tour und läuft beispielsweise noch am Sägmühlweiher vorbei zurück nach Trippstadt. Ein Besuch der Karlstalschlucht bei Kaiserslautern ist längst kein Geheimtipp mehr. Wer die besondere Atmosphäre in Ruhe auf sich wirken lassen oder auf Fotojagd gehen möchte, sollte frühmorgens oder in den Abendstunden kommen. Der Ausflug lässt sich gut mit dem Tierpark Kaiserslautern verbinden. Die Strecke entlang der Moosalb ist befestigt, meist eben und verläuft ohne größere Steigungen. Die Schlucht ist für Kinder ein echtes Abenteuer, ein Kinderwagen lässt sich aber nur schwer mitnehmen.
Familienfreundliche Ausflüge in der Pfalz
Wer ältere Kinder zum Wandern motivieren will, hat es oft schwer. Ein Argument für den Familienausflug bei Annweiler kann sein, dass das Smartphone nicht im Rucksack bleiben muss. Denn der Trifels-Erlebnisweg wurde so konzipiert, dass er mittels QR-Codes erkundet werden kann. Einsteigen kann man in die rund vier Kilometer lange Strecke im Zentrum von Annweiler und spaziert zunächst durch das Städtchen. So richtig spannend wird es allerdings erst ab der Markwardanlage. Ein Waldpfad führt an verschiedenen Spiel- und Informationsstationen hoch zum Trifels. Auf dem Smartphone gibt es Infos zur Geschichte der Burg und Quizfragen, die die Ausflügler bis hoch zur Reichsfeste begleiten. Hier bietet sich eine Besichtigung an. Wer nicht zurücklaufen möchte, wählt den Bus oder verlängert die Tour und wandert noch an den Burgruinen Anebos und Münz vorbei. Nun kann das Handy getrost im Rucksack verstaut werden.

Der Trifels-Erlebnisweg ist Teil der Strecke auf dem Annweilerer Burgenweg (8 km). Auf der Rundwanderung geht es außerdem an der frisch sanierten Burg Scharfenberg samt neuem Skywalk vorbei. Der Trifels-Erlebnisweg ist abwechslungsreich, aber eher für Familien mit älteren Kindern geeignet. Die Strecke ist nicht kinderwagentauglich und für kurze Beinchen zu steil. Dafür sind die Spielgeräte entlang des Weges für Jugendliche eher langweilig. Über den Einsatz des Smartphones beim Wanderausflug lässt sich streiten. Beim Trifels selbst ist an schönen Ausflugstagen viel los, Hunde dürfen nicht mit in die Burg genommen werden.
Wandern mit Kindern zur Bärenhöhle
Sie ist die größte natürliche Felsenhöhle der Pfalz: Die Bärenhöhle, zwischen Rodalben und Pirmasens gelegen, ist ein beliebtes Familienausflugsziel in der Pfalz. Sie ist etwa neun Meter hoch und knapp 30 Meter breit. Einen lebendigen Bären wird man beim Ausflug zwar nicht zu Gesicht bekommen, dafür kann man auf Entdeckungsreise gehen. Es sind eigentlich sogar zwei Felsnischen aus rotem Buntsandstein, die direkt übereinander liegen und durch die ein kleiner Wasserfall verbindend plätschert. Das Gelände um die Felsenhöhle liegt mitten im Wald an einem Hang.

Genaues Hinschauen lohnt sich: Die Höhlen, die etwa 40 Meter in den Felsen hineinführen, laden zum Erkunden ein. Durch eine kleine Kletterpartie lassen sich versteckte Ecken und Nischen entdecken und an schönen Sommertagen lässt sich zudem gut am Wasserlauf spielen. Es gibt viele Wege unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit, die zur Bärenhöhle führen. Wer einen Kinderwagen mitnehmen möchte, startet am Parkplatz „Langenbach“ in der Pirmasenser Straße in Rodalben. Es sind von dort etwa zwei Kilometer bis zur Höhle. Eine schöne Tour zur Bärenhöhle ist der Rodalber Felsenwanderweg, der noch an einigen weiteren sehenswerten Felsformationen entlangführt. Der einheitlich markierte Wanderweg ist regulär 45 Kilometer lang, kann aber in kürzere Etappen unterteilt werden. So lässt sich zum Beispiel auf etwa zehn Kilometern die Bärenhöhle mit dem nahe gelegenen, sehr sehenswerten Bruderfelsen verbinden.
Mit Kinderwagen durch den Wald: Familienfreundliche Ausflüge in der Pfalz
Nicht jede Wanderung muss anstrengend sein. Gerade mit kleinen Kindern oder einem Kinderwagen ist es wichtig, eine Route zu wählen, die einfach zu gehen ist. Eine Strecke bei Edenkoben bietet sich genau dafür an. Geländegängig sollte das Gefährt allerdings schon sein – immerhin ist man im Wald unterwegs. Der Einstieg liegt am Waldparkplatz bei der Edenkobener Hütte, auch Hüttenbrunnen genannt. Der Weg zur Nello-Hütte ist bereits ausgeschildert und führt zunächst auf einem breiten Waldweg leicht ansteigend bis zur zentralen Waldkreuzung am Kohlplatz. Von hier aus ist die Kinderwagenstrecke zur Nello-Hütte explizit markiert und führt über schattige Wege bis dorthin. Zurück wie gekommen, hat man zum Ende des Ausflugs rund fünf Kilometer geschafft.

Wer ohne Kinderwagen unterwegs ist, kann ab dem Hüttenbrunnen noch gut zum nahe gelegenen Hilschweiher laufen. Die Strecke entlang des Triefenbachs führt über kleine Brücken und Stege immer von einer Uferseite zur anderen – ein Abenteuer für kleine Pfälzerwald-Ausflügler. Beim Weiher liegt dann etwas versteckt ein kleiner Wasserfall und es gibt einen Kiosk. Ebenfalls in der Nähe des Hüttenbrunnens befindet sich das Naturfreundehaus Edenkoben, sodass genug Auswahl bei der Einkehr besteht.
Der Kinderwagenweg zur Nello-Hütte ist ein guter Tipp für alle, die mit Baby und Kleinkind sportlich im Wald unterwegs sein wollen. Nur für Outdoor-Kinderwagen geeignet! Die urige Hütte, die von Ehrenamtlichen bewirtschaftet wird, hat einen Spielplatz und ist in der Regel samstags und sonntags offen (aktuell prüfen!).
Wandern mit Kindern: Vom Riesenfass zum römischen Weingut
Bei Bad Dürkheim gibt es viele Möglichkeiten, mit Kind und Kegel unterwegs zu sein. Als Startpunkt für einen mittelschweren Spaziergang, auf dem ein geländegängiger Kinderwagen mitgenommen werden kann, eignet sich der Parkplatz beim Riesenfass. Von dort ist das erste Ziel, die Michaelskapelle, bereits zu sehen. Wer nicht die Treppenstufen direkt hinaufsteigen will, findet über die Sachsenhütter Straße eine barrierefreie Alternative. Das römische Weingut „Weilberg“ ist bereits im Rebenmeer zu entdecken und befestigte Wirtschaftswege, markiert mit einem Trauben-Logo, führen eben dorthin. Unterhalb der historischen Tretkelteranlage und des Herrenhauskomplexes eröffnet sich ein tolles Panorama. Um die Runde von gut sechs Kilometern abzuschließen, geht es nun entweder wieder durch die Bad Dürkheimer Weinberge zurück oder man läuft durch den weinfrohen Ort Ungstein zurück in Richtung Wurstmarktplatz.

In der Nähe liegen weitere schöne Ausflugsziele, wie der imposante Bismarckturm. Dieser ist vom Waldparkplatz beim Forsthaus Lindemannsruhe ebenfalls mit Kinderwagen über einen knappen Kilometer zu erreichen. An einigen Tagen gibt es dort einen Kioskverkauf – nur dann kann der Turm auch erklommen werden.
Wandern mit Kindern: Wenn der Wald Märchen erzählt
Der Gebrüder-Grimm-Märchenweg in der Nähe von Bad Bergzabern ist eine Empfehlung für Familien mit Kindern, die schon ein paar Kilometer selbst laufen können – und sich für Märchen begeistern. Über sechs Kilometer verläuft die Strecke durch den Ort Dörrenbach und den Wald. Dabei gilt es, 200 Höhenmeter zu überwinden, was beim Familienausflug sportlich sein kann. Es gibt jedoch Abkürzungen. Los geht’s an der Bushaltestelle mit Parkplatz in Dörrenbach.

In der Ortsmitte ist die erste Station des Märchenwegs: Am Napoleonsbrunnen sitzt der Froschkönig. Am Renaissance-Rathaus, der mittelalterlichen Wehrkirche und dem Dornröschengarten vorbei geht es in Richtung Wald. Wer dort beginnen möchte, nutzt den Waldparkplatz „Am Alten Bild“, an dem Schneewittchen die Ausflugsschar begrüßt. Auf teils geschotterten Waldwegen läuft man am „Sterntaler“ und „Hänsel und Gretel“ vorbei, hinauf zum Stäffelsbergturm. Von hier geht es bergab, noch bei „Rapunzel“ vorbei, bevor man am Waldparkplatz „Am Alten Bild“ zurück ist. Wer „mehr“ machen möchte, findet im Dornröschenweg (9 km) eine schöne Rundwanderung, die über den Märchenweg führt und zusätzlich zur Ruine Guttenberg und der Kolmerbergkapelle. Die Märchenstationen sind teils in die Jahre gekommen und die Strecke ist zwar kinderfreundlich, aber nicht für Kinderwagen geeignet.
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