„Hoch hinaus“ geht es auf den Bismarckturm im Pfälzerwald. Doch, Achtung! Ziemlich viele Türme in Deutschland sind nach dem Kanzler Otto von Bismarck benannt. Sie symbolisierten die Einheit des Deutschen Reiches und sind als Würdigung dieser zentralen Figur in der deutschen Geschichte zu verstehen. Denn Bismarck gilt als Mitbegründer des Sozialstaates und ist eben auch der Namensgeber für den 36 Meter hohen Bismarckturm bei Bad Dürkheim in der Pfalz. Sogar das Antlitz des Politikers ist im Gemäuer verewigt. Das historische Bauwerk wurde 1903, fünf Jahre nach Bismarcks Tod, eingeweiht. Verantwortlich ist von Anfang der Drachenfels-Club, der im letzten Jahr 150 Jahre alt wurde und bei dieser Gelegenheit der Turm als „größtes Projekt der Vereinsgeschichte“ bezeichnete. Die Architektur des Turms ist schlicht, aber imposant – typisch für die Bismarcktürme, die oft aus robustem Stein gebaut und mit symbolischen Verzierungen versehen sind.

Damals war es ein Anliegen nicht nur für die Einheimischen, sondern auch für die Gäste ein schönes Fleckchen zu schaffen und zu erhalten. Ein früher Tourismus-Gedanke also. 33.000 Mark kostete der Turmbau. Eine stattliche Summe, die nur dank privaten Spenden gestemmt werden konnte. Der Staat Bayern, zu dem die Pfalz damals gehörte, gab ebenfalls etwas dazu. Man war so stolz auf den Vorzeigeturm, dass es im Jahr 1903 einen Festumzug zur Einweihung gab, der beim Bahnhof startet und auf die Waldkuppe hinaufzog. In den Jahren 1991 bis 1997 wurde der Turm dann saniert. Nach wie vor ist der Bismarckturm bei Bad Dürkheim ein beliebtes Ausflugsziel. Denn unweit liegt das Forsthaus Lindemannsruhe als gemütliche Einkehrmöglichkeit mit Waldparkplatz und Bushaltestelle. Von dort ist es ein knapper Kilometer, der auch mit einem geländegängigen Kinderwagen und mit kleinen Beinchen machbar ist, bis zum Turm.
Familienausflug zum Bismarckturm im Pfälzerwald
Am Bismarckturm gibt es ab und an eine Bewirtung
Wer mehr Strecke machen möchte, findet mehrere Wanderwege von unterschiedlicher Länge und Anspruch im Pfälzerwald, die am Bismarckturm vorbeiführen. Über Stufen geht es dann hinaus auf die Plattform des Turms, von wo aus man ein tolles Panorama genießen kann. Bei guter Witterung sind Blicke bis in den Oden- und Schwarzwald möglich. Wer einen Ausflug plant, sollte vorher die Öffnungszeiten am Bismarckturm prüfen, denn er ist nicht ganzjährig frei zugänglich. Auf dem Gelände finden sich schöne Picknickplätze und der Drachenfels-Club organisiert einen Kiosk-Verkauf. Es gibt zudem mehrere lohnenswerte Ziele in der Umgebung, die sich mit einem Ausflug. verbinden lassen. So bietet sich ein Stadtbummel durch das weinfrohe Bad Dürkheim mit seinem Riesenfass und der historischen Innenstadt an.

Das Fass war hingegen anderslautender Gerüchte nie mit Wein gefüllt, sondern ist ein Restaurant. Dort am Wurstmarkplatz, wo das alljährliche „größte Weinfest der Welt“ gefeiert wird, sind auch die Salinen zu finden, die für eine besonders gute Luft an dieser Stelle sorgen. Noch fast ein Geheimtipp ist das Pfalzmuseum für Naturkunde, das immer mal wieder schöne Kinder-Aktion zu den laufenden Ausstellungen anbietet.
Bismarckturm bei Bad Dürkheim und weitere Ausflugsziele
Der Nachbarort von Bad Dürkheim, Kallstadt, auf dessen Gemarkung auch der Bismarckturm steht, ist für seine Weingüter und Weinstuben bekannt und über ein anderer Nachbarort von Bad Dürkheim, Wachenheim, thront die Wachtenburg. Die Erkundung des historischen Gemäuers verspricht Spannung beim Familienausflug und es gibt eine Schänke. Nur unweit entfernt ist das römische Weingut Weilberg im Rebenmeer zu finden, bei dem man sich auf eine historische Spurensuche begeben kann. Wer es nach dem Waldspaziergang rasanter mag, hat es nicht weit bis zum Kurpfalzpark, wo neben Tieren auch einige Fahrgeschäfte auf die Besucherschar warten.

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