Wanderung im Pfälzerwald: Der Dornröschenweg bei Dörrenbach

Rund 9 Kilometer ist der Dornröschenweg bei Dörrenbach lang. Die Wanderung im Pfälzerwald erstreckt sich über über stellenweise durchaus sportlichen 400 Höhenmeter. Man ist teilweise auf dem „Weg der Geschichte“ und dem Märchenweg unterwegs und kommt zur Burgruine Guttenberg. Auf dem Dornröschenweg bei Dörrenbach wandert man durch eine schöne Waldkulisse. Wer nicht auf dem Waldparkplatz, sondern in der Ortsmitte beginnt, verlängert die Wanderung auf rund 14 Kilometer. Als Abschlusseinkehr bieten sich diverse Restaurant in Dörrenbach und den umliegenden Ortschaften an, unterwegs laden zahlreiche Picknickplätze zur Rast ein. Wanderstock und zusätzliches analoges oder digitales Kartenmaterial nicht vergessen!

Ruine, Bunker und Märchen: Der Dornröschenweg bei Dörrenbach

Wenn man den Dornröschenweg bei Dörrenbach erkunden will, bietet es sich an, die Wandertour mit einem Spaziergang durch das weinfrohe Örtchen zu verbinden. Dadurch verlängern sich die 9 Kilometer zwar um etwa 4 weitere, man spart aber zudem die durchaus abenteuerliche Anreise mit dem Auto durch die kleinen Straßen und Gassen. Die Parkplätze und die Bushaltestelle liegen in der Ortsmitte beim Froschkönig. Ja, genau! Denn um Dörrenbach ist nicht nur der Dornröschenweg ausgeschildert, sondern auch der vor allem bei Familien beliebte Gebrüder Grimm Märchenweg (6 km bzw. 2 km). Die Markierungen verlaufen teilweise parallel und so kommt man auf dem Zuweg in Richtung Wald noch am entzückenden Dornröschen vorbei, das auf dem Spielplatz steht.

Ausblick auf Pfälzerwald
Pfälzer Aussicht von der Burgruine Guttenberg.

Zuvor ist es empfehlenswert einen Blick in die Kirche „St. Martin“ zu werfen. Der älteste Teil der Simultankirche stammt aus der Zeit um 1300. Ein Großteil des Sakralbaus lässt sich der Spätgotik des 16. Jahrhunderts zuordnen. Ein besonderes Augenmerk fällt beim Blick in den Innenraum auf die Wandmalereien, die bei der Renovierung 1953 wiederentdeckt und freigelegt wurden. Etwas makaber erscheint dagegen der Nachbau des mittelalterlichen Folterinstruments „Eiserne Jungfrau“, das im Außenbereich der Kirche etwas versteckt aufgestellt ist. Über den Heideweg verläuft der Zuweg zum Waldparkplatz „Altes Bild“ nun ansteigend weiter, die kleine Asphaltstraße endet dann im Wald. Hier ist ein alternativer Einstieg in die mittelschwere Wanderung auf dem Dornröschenweg bei Dörrenbach möglich. Stilecht grüßt Schneewittchen an dieser Stelle die Wandersleut‘, die schnell in eine ruhige Waldkulisse eintauchen.

Die Wanderung im Pfälzerwald verspricht tolle Weitsichten

Auf einem angenehmen Untergrund und mit viel frischer Luft in den Lungen geht es in den Wald hinein und bald tauchen Reste von einstigen Bunkern am Wegesrand auf. Die Dornröschentour streift nämlich nicht nur den Gebrüder Grimm Märchenweg, sondern zudem den „Weg der Geschichte“, der zu historischen Relikte bei Oberotterbach und Dörrenbach führt – eine etwas kuriose Mischung, mag man meinen. Historieninteressierte Ausflügler können sich auf Infotafeln über die einstige Bedeutung der Bauwerke informieren. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde bekanntermaßen alles gesprengt, so dass nun noch zerfallene Betonklötze zu sehen sind. Alle ist gesichert, lässt aber das Ausmaß der damaligen Kriegstreiberei erahnen.

Über die markante Wegkreuzung „Drei Eichen“, die es im Verlauf der Wanderung nochmals zu queren gilt, geht es über breite Waldwege und wurzelige Pfade in Richtung Schlossberg. Nun muss man sich neu orientieren, um zur Ruine Guttenberg zu gelangen. Sie ist nämlich von diesem Standpunkt aus nicht zu sehen, obwohl sie so nah liegt. Auf dem Dornröschenweg bei Dörrenbach führt ein Weg steil in die Höhe. Die Kraftanstrengung lohnt sich, denn man findet sich in einer tollen Kulisse wieder. Guttenberg gehört zu den eher unbekannten Burgen in der Pfalz und es gibt sicherlich Ruinen, von denen mehr Spannung beim Entdecken ausgeht. Denn von der einstmals stolzen Burg sind heute nur noch Reste zu sehen.

Sportlich unterwegs auf dem Dornröschenweg bei Dörrenbach

Eine Infotafel am Bergfried erinnert an ein kompliziertes Kapitel im deutsch-französischen Verhältnis: Der umgebende Mundatwald wurde der von der Besatzungsbehörde annektiert und war bis ins Jahr 1986 Teil des französischen Staatswaldes – obwohl er auf deutschem Territorium liegt. Über Treppenstufen geht es weiter in die Höhe des einstigen Trutzbaus, der im 12. Jahrhundert erstmal urkundlich erwähnt wird. Im Vergleich zu anderen Ruinen, ist von der Felsenburg zwar nicht mehr viel erhalten, das Panorama und die Ruhe, die dieser Ort verspricht, machen den Abstecher aber zum absolut lohnenswerten Ziel. Nun geht es über den steilen Pfad wieder hinab und zurück zur „Drei Eichen“-Wegekreuzung. Da der verschlungene Pfad auf dem Dornröschenweg bei Dörrenbach etwas abenteuerlich sein kann, wählt man bei Bedarf einfach den parallel dazu verlaufenden breiten Waldweg. Eine Variante, die sich bereits für den Hinweg zur Ruine angeboten hat.

Burgruine Mauer
Guttenberg: Reste des einstigen Trutzbaus

Ab „Drei Eichen“ verläuft der Weg, der bisher von Fachwerk, Märchen, Bunkern und einer Ruine geprägt war, unspektakulär über gut zwei Kilometer weiter durch den Pfälzerwald. Der schmale Pfad wird bald zu einem gemütlichen breiten Waldweg. An der Märchenstation „Sterntaler“ bietet sich noch ein Abstecher zur kleinen Kolmerberg-Kapelle an, einem Ort der stillen Einkehr.

Zurück beim Sterntaler folgt man nun dem Gebrüder Grimm Weg ansteigend zum Gefängnis von Hänsel und Gretel. Achtung vor der Grusel-Hexe, die hinter ihrem Häuschen lauert! Am „Tischlein Deck Dich“ vorbei ist das nächste Ziel der Stäffelsbergturm. Wer nochmals Lust auf eine tolle Fernsicht hat, steigt auf den 15 Meter hohen Turm hinauf. Ursprünglich aus Sandstein erbaut, sprengten ihn die Franzosen nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Westwallbeseitigung.

Im Jahre 1964 wurde er in Beton wiederaufgebaut und als Hommage an das Dorf Dörrenbach mit einer – durchaus streitbaren – Roseninstallation geschmückt. Nun führt der abfallende Weg noch bei „Rapunzel“ mit ihrem ziemlich langen Haarzopf vorbei, bevor der Waldparkplatz „Altes Bild“ wieder erreicht wird – oder der Marsch auf dem Zuweg zurück durch das Dorf führt.

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