Im März verwandeln sich die Wiesen im Teinachtal bei Zavelstein (etwa eine Autostunde von Karlsruhe entfernt) in ein lila-farbenes Blütenmeer. Denn dann ist die Zeit der Krokusblüte. In Privatgärten, am Waldrand und auf den weitläufigen Wiesen sind Tausende der kleinen Farbkleckse zu sehen. Bei einem einfachen Spaziergang zur Krokusblüte von vier Kilometern kann man nicht nur das Naturspektakel genießen, sondern auch das sehenswerte Örtchen erkunden. Vor der Ausflugsplanung empfiehlt es sich auf der Internetseite oder in den sozialen Medien den Blütenstand der Krokusse zu prüfen. Vor allem an den Wochenenden ist zur Hauptblüte im März viel los, was bei der Planung beachtet werden sollte. Und: Die Krokuswiesen dürfen nicht betreten werden, um den „Crocus neglectus“ – den Wildkrokus – nicht zu gefährden. Safran kann aus dieser Sorte übrigens nicht gewonnen werden.
Mehrere Einstige sind möglich, wir haben den Spaziergang zur Krokusblüte im Teinachtal bei Zavelstein beim großen Parkplatz am Wanderheim begonnen, das uns als Einkehr am Ende des vier Kilometer langen Spaziergangs diente. Der „Krokusweg“ ist mit einem gelben Logo markiert, das dann und wann allerdings zu wünschen übriglässt und so wirklich verlaufen kann man sich auf dem Areal zwar nicht, sicherheitshalber tut ein Flyer mit Karte oder dem entsprechenden gpx-Track aber einen guten Dienst. Von der asphaltierten Straße beim Wanderheim biegt man nach rechts auf den Spinnerin-Kreuz-Weg ab und läuft auf den Ort Zavelstein zu.
Spaziergang zur Krokusblüte: Blütenmeer in Lila




Das namensgebende Steinkreuz erinnert an eine Spinnerin, die hier eins in einem Schneesturm ihr Leben ließ. Im Laufe der Tour kommt man noch an weiteren historisch interessanten Fleckchen vorbei. Über die Schulstraße geht es nun in das Örtchen hinein. Am Friedhof vorbei biegt man über die Bahnhofstraße in die Straße „Im Städle“ ein und schlendert über historisches Pflaster, an schönen Fachwerkhäusern und der St. Georgskirche auf die Burgruine Zavelstein zu. Um 1200 erbaut, kann man an dem Gemäuer eine wechselvolle Historie nachvollziehen. Vor allem die Geschichte, dass einer der Burgherren, nämlich Benjamin Buwinghausen, den Krokus um das Jahr 1620 von einer Reise mitbrachte, um diesen in den Burggärten anzupflanzen, lässt aufhorchen.
Wie sich die Krokusse daraufhin im Teinachtal bei Zavelstein verbreiten konnten, lässt sich so erklären: Durch die landwirtschaftliche Nutzung der Burggärten und Wiesen gelangten die Krokussamen ins Tierfutter. Die Samen werden von den Tieren unverdaut wieder ausgeschieden und mit dem Dung auf den Wiesen rund um Zavelstein ausgebracht. Gegen einen sehr kleinen Obolus von 50 Cent geht es noch auf den Burgturm. Man erspäht von hier aus auch die Krokuswiesen, zu denen es nun zurück geht. Wer mit Kinderwagen unterwegs ist, läuft dafür durch das „Städle“ zurück zum Marktplatz, denn die reguläre Route führt beim Eingang zur Burg rechterhand auf einem schmalen Waldpfad hinter dem Gemäuer entlang und dann beim Hotel KroneLamm über einige Stufen wieder hinauf zum Marktplatz.
Spaziergang im Teinachtal bei Zavelstein führt noch zur Burgruine




Von diesem geht die Krokusstraße ab – und in diesen Tagen ist im Teinachtal bei Zavelstein ganz schön was los: Es gibt Kaffee, Kuchen und Eis, eine öffentliche Toilettenanlage, die Bushaltestelle, einen Bücherschrank – und weitere, heiß begehrte Parkplätze. Von der trubeligen Straße biegt man nach links in die Weltenschwanner Straße und von dieser dann rechts in die Speßhardter Straße ab und ist schon wieder zwischen den blühenden Wiesenflächen unterwegs. Das Wanderheim rückt schon gleich ins Blickfeld, das nach rechts über die Fronwaldstraße erreicht wird, wo der Spaziergang zur Krokusblüte endet.
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