Wie in das Gestein eingraviert – so erscheint die Felsenkirche in Idar-Oberstein. Ein Hauch von Mystik umgibt den ungewöhnlichen Sakralbau. Das knarzende Holz, das atmosphärische Licht und die Innenwand aus Stein erzählen den Besuchern und Besucherinnen Geheinisse aus einer längst vergangenen Zeit erzählt. Die Felsenkirche war lange Zeit geschlossen, mittlerweile können Gäste wieder durch den kühlen Steintunnel und über Stufen in den Kirchenbau gelangen – allerdings nur mit einer Führung.




Felsenkirche Idar-Oberstein ist für Gäste geöffnet
Die Ursprünge reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück, wie man beim Besuch im Edelsteinland vor Ort erfährt. Wohl im Jahr 1350 wird das Kirchlein erstmals urkundlich erwähnt. Sie ist direkt in den Felsen gehauen geworden, diente mal als Einsiedelei und später als Wallfahrtskirche. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrmals renoviert und erweitert, wobei stets darauf geachtet wurde, den ursprünglichen Charakter des sagenumwobenen Bauwerks zu bewahren. Zuletzt wurden aufwendige Felssicherungsarbeiten durchgeführt, da es immer wieder zu Schäden durch herabstürzende Felsen kam. Im Inneren sind religiöse Kunstwerke und Gemälde zu sehen, die die Geschichte und Traditionen der Region widerspiegeln. So heißt es, die Brüder Wyrich und Emich, die auf der nahe gelegenen Burg Bosselstein heimisch waren, liebten dieselbe Frau. Wyrich stieß seinen Bruder aus Eifersucht in den Tod und errichtete mit eigenen Händen die Felsenkirche – aus Schuldgefühlen und als Zeichen der Reue. Am Tag der Einweihung sei er dann tot zusammengebrochen.
Mit Führung in die Felsenkirche Idar-Oberstein
Durch mehrere Symboliken wird diese Legende in der Kirche erzählt. Dann geht es durch eine unscheinbare Hintertür direkt zwischen Kirchenwand und Felsen hinauf zur Terrasse – Panoramablick über das Städtchen Idar-Oberstein und den Hunsrück inklusive. Und auch, wenn in Idar-Oberstein selbst nicht viel los ist, gibt es weitere lohnenswerte Ausflugziele beim Besuch Edelsteinland, die sich mit dem Besuch der Felsenkirche in Idar-Oberstein verbinden lassen. So liegt Burg Bosselstein nur unweit entfernt und kann bei einer leichten Wanderung erkundet werden. Ursprünglich im 12. Jahrhundert erbaut, sind heute allerdings nur noch einige Mauerreste als Ruine zu sehen. Es lohnt sich, den Spaziergang noch bis hin zum Schloß Oberstein zu erweitern. Das 1330 erstmals erwähnte Schloss ist deutlich besser erhalten und kann – wenn nicht für eine Privatveranstaltung vermietet – auch besichtigt werden kann. Wappensaal, Erkerraum und Löwenkeller geben einen guten Eindruck der Historie wieder.




Auf Schatzsuche beim Besuch im Edelsteinland
Und warum nennt sich die Hunsrück-Region um Idar-Oberstein „Edelsteinland“? Die Edelsteinindustrie ist hier bereits über 500 Jahre alt, wie man bei einem Besuch im Edelsteinmuseum, einer Schleiferei oder in der Miene erfährt. Das Deutsche Edelsteinmuseum zeigt auf mehreren Etagen und in zahlreichen Räumen die ganze Bandbreite an glitzernden und funkelnden Steinen. Vom dunklen Rauchquarz bis zum schimmernden Saphir ist alles dabei. Neben sehr großen Steinen sind kleine, äußerst filigran gearbeitete Schmuckstücke zu sehen. Die Ausstellung zeugt von der langen Edelstein-Tradition, die allerdings mit harter Knochenarbeit beginnt. Denn in der Miene Steinkaulenberg wird bei einem Besuch deutlich, welche Schwerstarbeit die Männer „unter Tage“ damals leisteten. Um Achat, Bergkristall und Quarz zu erhalten wurde mit einfachsten Mitteln gegraben und gebohrt. In Schleifereien wie der nahe gelegenen historischen Weiherschleife wurde die Kostbarkeiten dann in Form gebracht – und weltweit verkauft. Heute können Kinder sich selbst auf Schatzsuche begeben und nach den Glitzersteinchen schürfen. Zahlreiche kleine und große Schmuck- und Edelsteingeschäfte in der Region sind aus der Edelstein-Tradition heraus entstanden.
Ausflug zum Idarkopfturm
Hinauf auf den Idarkopfturm: Ihr findet den Aussichtsturm im Edelsteinland in der Nähe von Rhaunen und Herrstein. Man kann nicht direkt mit dem Auto hinkommen, sondern läuft ab den (kostenfreien) Waldparkplätzen etwa 30 Minuten dorthin. Es ist ein schöner Spaziergang durch die Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald. Den Hunsrück könnt ihr dann auch vom Turm „von oben“ bestaunen. Der Idarkopfturm ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt. Wir sind vom Parkplatz Idarwald los und hatten einen Bollerwagen dabei.
Weitere Reise- und Ausflugsziele
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