Die besten Pfälzerwald-Wanderungen für den Winter

Auch im Winter lässt es sich im Pfälzerwald sehr gut wandern – wenn man die Tücken bedenkt und die richtigen Wege kennt. Ich stelle euch in diesem Blogbeitrag fünf schöne Touren im Pfälzerwald vor, die ihr auch im Winter unter die Füße nehmen könnt. Die klirrende Kälte, der glitzernde Raureif und die Stille des Waldes versprechen ein ganz besonderes Wandererlebnis. Damit der sportliche Ausflug in den Pfälzerwald gelingt, ist eine gute Vorbereitung wichtig. Denn es eignen sich in der kalten Jahreszeit tendenziell eher kurze Strecken mit wenigen Höhenmetern, die ich euch auf dem Blog vorstelle.

1. Ab ins Elsass: Wandern im Winter

Eine Zehn-Kilometer-Wanderung über 200 Höhenmeter startet direkt im elsässischen Weißenburg. Los gehts am Bahnhof, nach links verläuft der Weg am „Restaurant de L’Europe“ vorbei und dann dem Wegweiser „Centre Ville“ folgend in den Park. Zusätzlich zu den Info-Tafeln zeigt der gelbe Balken den richtigen Weg nach Schweigen und damit in Richtung Pfalz an. Kurze Zeit später, nachdem die Landstraße passiert wurde, wechselt die Markierung und wird zum roten Kreis. Zunächst führt der Weg steil bergan durch den Kastanienwald, danach geht es zwischen Wald und Wingert bequem weiter bis zum „Château Saint-Paul“. Vom Schloss aus dem 13. Jahrhundert, das einst zum Weißenburger Benediktinerkloster gehörte, ist nur noch der Bergfried vorhanden. Es kann leider nicht besichtigt werden. In Schweigen bietet sich dann aber ein kurzer Stopp am Sesel-Denkmal an. Das gebogene Rebmesser ist ein traditionelles Werkzeug und wird oder wurde im Weinbau für den Rebschnitt und zur Traubenernte verwendet. Schon steigt man zur Sonnenberghütte hoch. Auch wenn diese zurzeit geschlossen ist, lohnt sich ein kurzer Abstecher, um den Blick von dem exponierten Plätzchen aus zu genießen. Über den ältesten Weinlehrpfad Deutschlands führt die Strecke nun zum Deutsche Weintor. An der Grenzkapelle verlässt man Schweigen und nach etwa 20 Minuten ist man schon wieder in Weißenburg. Bis hierher hat der rote Kreis zuverlässig geführt, und ab jetzt wird ohne Markierung durch die Stadt gebummelt.

Deutsches Weintor
Das Deutsche Weintor in Schweigen-Rechtenbach.

2. Touren im Pfälzerwald: Zur Burg Landeck bei Klingenmünster

Von Klingenmünster aus starten viele Touren im Pfälzerwald. Eine Strecke von sieben Kilometern und über 200 Höhenmeter ist mit Outdoor-Kinderwagen machbar. Am Parkplatz direkt bei der Burg zeigt der Schilderbaum den richtigen Einstieg an: „Martinsturm 2,8 km, Burgenweg“. Auf dem befestigten breiten Weg geht es leicht bergauf, der Markierung der „Fahrradstrecke 8 (blau-gelb)“ folgend in den Wald hinein. Kurze Zeit später weist die Radweg-Markierung nach rechts, mit Outdoor-Kinderwagen geht es jedoch weiter geradeaus, der Markierung „Q-Quellenweg“ hinterher. An einer Gabelung beginnt der Abstecher zur Martha-Quelle. Dieses Plätzchen erreicht man nach etwa 500 Metern. Obwohl von hier aus auch andere Wege zum Martinsturm ausgeschildert sind, geht es mit Outdoor-Kinderwagen nun zunächst zurück, wie man gekommen ist.

An der bereits bekannten Gabelung den anderen Weg wählen und weiter in Richtung Stäämännleshöhe und Martinsturm laufen. Wer zu dem Aussichtsturm hinauf will, muss etwa 400 Meter kräftig bergauf schieben. Die Anstrengung lohnt sich allerdings: Das 14 Meter hohe Bauwerk ist nach einem Patienten des Klinikums benannt, dessen wohlhabende Familie die Kosten des Turmbaus trug. Von hier oben genießt man einen Panorama-Rundumblick und läuft auf kurzer Strecke zurück zur Burg Landeck mit Burgschänke. Dafür am weiß-blauen Balken und dem Hinweis „Ruine Landeck 2,2 km“ orientieren.

Burgtor Zugbrücke
In der Burg Landeck kann an ausgewählten Tagen eingekehrt werden.

3. Wandern im Winter bei Wernersberg

Auf einer mit sechs Kilometern und 200 Höhenmetern zwar kurzen, aber knackigen Rundwanderung bei Wernersberg kommt man an imposanten Buntsandsteinformationen vorbei. Los geht es beim Parkplatz in der Ortsmitte und von dort am Sportgelände vorbei in den Wald hinein. Kurz darauf beginnt das Wanderabenteuer: Auf einem unscheinbaren und unmarkierten Pfädchen geht es zum Heimelstein. Die Buntsandsteingruppe zieht sich über etwa 500 Meter und man kraxelt eng daran vorbei. Die nächste Station ist der Rödelstein, dann läuft man auf dem Kamm am Osterbrunnen nebst Schutzhütte vorbei bis zum Wachtfelsen. Dort angekommen, belohnt ein herrlicher Panoramablick für die Mühen. Er schweift über die Burgendreifaltigkeit Trifels, Anebos, Münz und über Wernersberg. In Zickzack-Kurven geht es wieder in den Ort hinab.

Fels Pfälzerwald
Über dem Ort Wernersberg thront der Wachtfelsen.

4. Touren im Pfälzerwald: Die Eulenfelstour

Eine weitere spannende Tour von 13 Kilometern und über 200 Höhenmeter führt bei Eppenbrunn durch die Südwestpfalz. Besondere Höhepunkte auf dieser Strecke sind der Christkindelsfelsen und der Krappenfelsen. Start und Ziel der durchgehend markierten Eulenfelstour ist der Parkplatz am Eppenbrunner Freizeitpark. Durch ein Wiesental gelangt man in den Wald und zunächst zum „Kleinen Teufelstisch“ – mit dem Teufelstisch bei Hinterweidenthal kann der allerdings nicht mithalten. Danach folgt ein längerer Aufstieg zum Eulenfels, dem Namensgeber der Tour. Oben angekommen, hat man einen Fernblick über den Pfälzerwald bis hinüber ins Elsass und damit nach Frankreich. Besonders originell gestaltet ist der Rastplatz auf dem Sandsteinriff: Die Rückenlehnen von Bank und Stühlen sind in der Form von Eulen gestaltet. Danach führt die Wanderung auf einem schmalen Pfad ins Tal hinab, am Christkindelsfelsen und dem Wander-Parkplatz „Hohe List“ vorbei und zum gleichnamigen Wanderheim des Pfälzerwaldvereins. Einen weiteren Abstecher machen wir noch zum Krappenfelsen, ebenfalls mit Aussichtsplateau.

Buntsandstein Fels im Pfälzerwald
Gesichertes Steinplateau am Krappenfelsen.

5. Wandern im Winter im Elmsteiner Tal

Im Elmsteiner Tal liegen drei Burgruinen nah beieinander. Zwei von ihnen sind wortwörtlich nur „einen Pfeilschuss weit entfernt“. Burg Spangenberg und Burg Erfenstein verband der Legende nach einst eine Hängebrücke aus Leder, die über das Tal gespannt war. Was als enge Freundschaft zwischen den Bewohnern begonnen haben soll, habe irgendwann in einem bösen Streit geendet. Der Spangenberger schnitt, so heißt es, die Brücke mit dem Schwert durch, als der Kontrahent gerade darüber hechtete. „Da fand der Erfensteiner im Tale tief sein Grab“, heißt es der Sage nach. Die beiden Burgruinen und die ebenfalls in der Nähe liegende Ruine Breitenstein sind durch den gut markierten Drei- Burgen-Weg (sieben Kilometer, 300 Höhenmeter) miteinander verbunden. Die Rundtour startet am Parkplatz unterhalb der Burg Spangenberg, an dem auch eine Bushaltestelle liegt. Das erste Ziel ist jedoch die Ruine Erfenstein, die direkt ausgeschildert ist. Über eine gesicherte Treppe kann man den einstigen Trutzbau von außen erkunden. Und man sieht von hier aus zur Burg Spangenberg hinüber.

Dann läuft man noch an Alt-Erfenstein vorbei, von der es nur noch wenige sichtbare Reste zu sehen gibt. Der Wermutstropfen auf dem Drei Burgenweg ist die Geräuschkulisse von der nahe gelegenen Straße, die einen fast dauerhaft begleitet. Der Wanderparkplatz an der Straßenkreuzung nach Breitenstein, an dem auch die gleichnamige Bushaltestelle liegt, bietet sich als alternativer Einstieg in die Runde ein. Konsequent aufsteigend läuft man nun zu den Überresten von Breitenstein. Ein Torbogen wurde konstruiert, Teile der Außenmauern sind erhalten. Ebenso der Turm, Reste einer Treppe und weitere Details lassen den einst mächtigen Bau vor dem inneren Auge entstehen. Nun geht es zurück zum Wanderparkplatz und es sind noch etwa zwei Kilometer bis zur Burg Spangenberg, auf der eine Burgschänke an ausgewählten Tagen zur Einkehr lädt. Zuvor wandert man aber noch am Stutgarten vorbei: Auf knapp drei Hektar Fläche erstreckte sich um 1505 hier die bischöfliche Pferdekoppel. Heute erinnern lediglich noch massive Sandsteinpfosten daran.

Burgmauer Burgturm Burgtor
Eine von drei Burgen auf der Tour: Spangenberg.

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