Wanderung im Elsass führt zu Bunkern des Westwalls

Hunspach/Schoenenbourg, 10 Kilometer, 130 Höhenmeter, mittelschwer. Die Wanderung beginnt im elsässischen Hunspach, wo es an der Festhalle am Ortsausgang viele Parkplätze gibt. Auf der „Route de Hoffen“ geht es in den Ort hinein und man biegt in einer Linkskurve auf die „Rue Principale“ ab. Ein Wegweiser zeigt das Ziel an: „Sentier Ligne Maginot“, markiert mit der gelben Raute. Man läuft nun durch Hunspach – ein Dorf wie aus dem Bilderbuch: Schön restaurierte und bewohnte Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert säumen die Hauptstraße. Die Wanderweg im Elsass führt durch die Hauptstraße, auf der rechten Straßenseite an einem gelben Briefkasten in die „Rue St. Paul“ und am Ortsausgang links in die „Rue du A. Schweitzer“. Nun geht es kurz durch ein Wohngebiet, bis man auf der „Rue de Vignes“ das Dorf verlässt.

Vorbei an den Bunkern des Westwalls

Bunkeranlage in Schoenenbourg.
Bunkeranlage in Schoenenbourg.

Danach wandert man zwischen Mais- und Weizenfeldern hindurch, überquert die D 264, macht an einem Wäldchen eine Rechtskurve und geht direkt auf eine Bunkeranlage der Maginot-Linie zu. Man betritt das hügelige Gelände durch ein Gatter und steht vor den Kuppeln von sechs unterirdischen Geschütztürmen, französisch: „Blocs“. Weiter führt der Weg am Waldrand entlang, bis ein Wegweiser das „Fort de Schoenenbourg“ anzeigt. Jetzt verlässt man die gelbe Raute, geht an der Gabelung rechts und folgt dem gelben Kreis in den Wald hinein. Nach circa einem Kilometer erreicht man dann die Festung, für deren Besichtigung zwei Stunden Zeit eingeplant werden müssen. Auch braucht es warme Kleidung, da selbst im Sommer die Temperatur im unterirdischen Bunker nur 13 Grad beträgt. Hunde können nicht dabei sein! Nach dem Aufenthalt geht es am Ausgang rechts auf der Straße entlang und nach 500 Metern zum Restaurant „La Ligne Maginot“.

Wanderung im Elsass führt durch hübsche Dörfer

Der Ort Hunspach zählt zu den schönsten in Frankreich.
Der Ort Hunspach zählt zu den schönsten in Frankreich.
Fürs Elsass typisch ist das viele Fachwerk der Häuser in Hunspach.
Fürs Elsass typisch ist das viele Fachwerk der Häuser.

Danach geht’s ohne Markierung am Lokal weiter in den Wald hinein, am Sportplatz vorbei, immer geradeaus ins hübsche Dorf Schoenenbourg. Zuerst kommt man durch ein Wohngebiet, dann geht es ein kurzes Stück auf der „Rue de la Liberté“ entlang, bis die Markierung „roter Kreis“ auftaucht. Dieser weiter folgen. Rechts geht es durch die „Rue de la Paix“ und „Rue du Moulin“, dann in einem Schlenker zur Kirche „Sainte Agathe“. An der kleinen Kapelle links abbiegen. Auf einem schmalen Sträßchen wandert man durchs offene Feld weiter bis zu einem mächtigen Kastanienbaum. Nach der Linkskurve kommt man zu einer Wegkreuzung, an der der roten Kreis verlassen wird. Es geht geradeaus auf Hunspach zu, an landwirtschaftlichen Betrieben vorbei und über die „Route de Hoffen“ zurück zum Parkplatz.

Wanderung im deutsch-französischen Grenzgebiet

Wanderin an der ehemaligen Westwall-Anlage.
Die „blocs“: Überbleibsel der Westwall-Anlage.

Infos zur Wanderung

Start und Ziel der Wanderung im Elsass ist der Parkplatz am Ortsausgang von Hunspach bei der Festhalle und den Sportplätzen. Mit dem Auto erreicht ihr den Ort beispielsweise über Karlsruhe, Wörth und Wissembourg. Ihr müsst in Richtung Haguenau fahren. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hunspach kann ich nicht empfehlen! Alternativ könnt ihr auch in Schoenenbourg in die Runde einsteigen.

Info Festung: Geöffnet ist die Festung täglich, doch die Uhrzeiten variieren je nach Jahreszeit. Deshalb die aktuelle Öffnungszeit vorher abfragen. Kostenpflichtig. www.lignemaginot.com

Einkehren: Restaurant La Ligne Maginot oder in Hunspach im Restaurant Au Cerf.

Über die Maginot-Linie: In Frankreich die Maginot-Linie – in Deutschland der Westwall. So wollten sich die damaligen „Erzfeinde“ nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs voreinander schützen. Wie die Geschichte zeigt, erwies sich aber keine dieser Befestigungsanlagen als unüberwindbar. André Maginot, französischer Kriegsminister, ließ in den 1930er Jahren vom Ärmelkanal bis zum Mittelmeer ein Bollwerk aus Bunkern und Festungen an der Ostgrenze des Landes anlegen. Im Elsass, wo sich die verfeindeten Nachbarn direkt gegenüberstanden, sind die Relikte der dunklen Vergangenheit besonders präsent. Das „Fort de Schoenenbourg“, in den Originalzustand versetzt und vollständig eingerichtet, erlaubt einen realistischen Einblick in das Leben der dort kasernierten Soldaten. Mit dem Fahrstuhl fährt der Besucher in 30 Meter Tiefe und kann Schlaf- und Waschräume, das Lazarett, die Küche, einen Kampfbunker mit Geschützturm und vieles mehr in dieser unterirdischen Welt besichtigen. Dazu gibt es Ausstellungen mit verschiedenen Themenschwerpunkten.

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