Pfalz/Mehlingen: Wenn die Heide blüht

Mehlingen, 12 Kilometer, mittelschwer.

Wir sind sportlich im Wald unterwegs und entdecken historische Spuren an der Strecke. Das Highlight ist der Spaziergang durch die Mehlinger Heide am Ende der Wanderung. Wir waren mit dem Kinderwagen unterwegs, was ich aber nur eingeschränkt empfehlen kann. Die Tour ist nur für geübte KiWa-Wanderer geeignet, die mindestens zu zweit unterwegs sind, da es immer wieder Tragepassagen gibt. Mit der Kraxe müsste es besser gehen, ist dann aber trotzdem sportlich!

Markierung: Weißes Auge auf hellblauem Grund, zusätzliche Richtungspfeile.

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Einkehren: Auf der Strecke nirgends, die Gaststätte beim Fröhnerhof war zum Zeitpunkt der Wanderung geschlossen. Gastronomie in Mehlingen und den umliegenden Ortschaften. Leider gibt es auch nur recht wenige Sitzbänke an der Strecke.

Weitere Informationen: Im August und September, wenn die Heide blüht, werden Kutschfahrten durch die Mehlinger Heide angeboten. Kontakt und Infos unter http://www.mehlinger-heide.de. Bitte bei der Planung in den Sommermonaten beachten, dass es in der Heide kaum Schatten gibt! Zum Hochfelsweg und den „Rätselhaften Zeitzeichen“ gibt es auch einige Infos im Internet, zur Mehlinger Heide selbst findet man sehr viel. Diese Beschreibung spiegelt meine persönlichen Eindrücke der Strecke wider, vergesst nicht zusätzliches Kartenmaterial mitzuführen und/oder ein GPS-Gerät. Den Track habe ich euch hier eingestellt: https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/pfalz/mehlingen-12-kilometer-mittelschwer/123690747/

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Tour zum Ausdrucken

Mit Fotos (5 Seiten): Mehlinger Heide zum Druck – mit Fotos
Ohne Fotos (2 Seiten): Mehlinger Heide zum Druck – ohne Fotos

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Streckenbeschreibung
Wir sind am Parkplatz beim Fröhnerhof gestartet, den man über die Ludwigs- und Kaiserstraße erreicht. Die Einfahrt liegt gegenüber des Penny-Marktes. Von dort kann man entweder direkt in die Heide gelangen oder läuft ein paar Schritte Richtung Einfahrt zurück und sieht dann eine große Übersichtstafel mit allerlei Infos zu den Wanderwegen. Hier entdecken wir auch schon die „Rätselhaften Zeitzeichen“ auf dem Hochfelsweg, der der unsere ist. Die in Rostoptik gehaltenen Stelen mit Infos werden uns auf unserer Tour immer wieder begegnen. Auch unsere Markierung entdecken wir direkt: Ein weißes stilisiertes Auge auf hellblauem Grund. Unser Weg führt zuerst an Feldern vorbei in Richtung Windräder. Vor den ersten Häusern biegen wir rechts ab und kommen zu einer nachempfunden Kanonenschanze.

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An der Kanonenschanze erfahren wir, dass es in dieser idyllischen Gegend im Jahr 1794 äußerst kriegerisch zuging.

Nun geht es bald in den Wald hinein und wir sehen die Erhebungen, bei denen es sich um keltische Grabhügel handelt. Etwa 300 davon befinden sind in dieser Gegend, wodurch die Ansammlung in Deutschland einen herausragenden Stellenwert hat. Nun wird die Wegführung kurios, denn wir müssen die Autobahn unterqueren und kommen über einen absteigenden schmalen Pfad und einer Treppe unter den Pfeilern der Straße hindurch.

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Wir unterqueren die Autobahn – kein schöner Streckenabschnitt und noch dazu mussten wir Wandercrossini mehrmals tragen.

Auf der anderen Seite müssen wir nun ein Stück an der Zufahrtsstraße entlanglaufen, werfen einen schnellen Blick auf ein Wildschweinrelief, queren die Straße weiter oberhalb und kommen links wieder in den Wald hinein. Wir waren sehr erleichtert, als wir diese Stelle hinter uns gebracht hatten! Wir laufen nun zwar immer weiter weg von der Autobahn, die Geräuschkulisse wird uns jedoch leider noch eine ganze Zeitlang begleiten – ein Wermutstropfen!

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Im weiteren Verlauf kommen wir unter anderem über vorrömische Pflastersteine, entdecken rätselhafte Steinformationen und alte Grenzsteine. Es gibt wirklich viel zu entdecken und wenn man alle Stelen lesen möchte, muss man entsprechend Zeit einplanen. Es geht sportlich hinauf und hinunter, teils auf schmalen Pfaden, und wir passieren noch einige Seen bevor wir erneut steil in die Höhe zum Hochfels steigen. An dieser Stelle waren wir echt aus der Puste und haben uns geärgert, dass wir Wandercrossini nicht in der Kraxe dabeihatten. Das wäre uns einfacher vorgekommen. Nach etwa 10 durchaus sportlichen Kilometern nähern wir uns langsam aber sicher der Mehlinger Heide, dem Höhepunkt der Tour. Ich war schon richtig aufgeregt und wurde nicht enttäuscht.

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Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Ein Spaziergang durch die Mehlinger Heide lässt Urlaubsgefühle aufkommen.

Wir durchqueren die Heidelandschaft auf sandigen Böden und sind über unseren Sonnenschutz froh, den wir im Wald nicht und in der offenen Heide umso mehr brauchen. Wir genießen die besondere Atmosphäre, entdecken Tiere und Pflanzen und erkunden uns über die Geschichte des Gebiets, das bereits im ersten Weltkrieg als Truppenübungsplatz angelegt wurde. Erst 1992 wurde die militärische Nutzung eingestellt und seit 2005 wird die Heide touristisch genutzt. Wir folgen dem Hauptweg bis wir rechts einen Aussichtspunkt samt Kreuz sowie einen Holzunterstand entdecken. An der Kreuzung dahinter geht es für uns nach rechts und wir verlassen die Heide wieder. Es empfiehlt sich allerdings, noch einen Spaziergang über das Gelände zu machen, mehrere Rundwege sind ausgeschildert. Wir kommen auf unserem regulären Weg dann über eine Autobahnbrücke, nach der wir direkt scharf links abbiegen, bald wieder zu unserem Ausgangspunkt am Parkplatz zurück.

 

 

 

 

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