Etwa eine Autostunde von der Pfalz entfernt führt eine 14-Kilometer-Wanderung (470 Höhenmeter) sportlich durchs Elsass. Die sehenswerten Felsenhäuser in Graufthal liegen an der Strecke, ebenso spannende Felsformationen und eine Burg. Los geht die Wanderung in dem Städtchen La Petite Pierre, zu deutsch: Lützelstein, vor der Tourist-Info. Auf der rechten Seite der Zufahrtsstraße ist das rote Rechteck zu sehen, das Wanderer bis zu den Felsenhäusern leitet. Zu Beginn führt der Sentier de l’Altenbourg, der auch ein Insektenlehrpfad ist, zu einem kleinen Park mit Blick über die Stadt. Darin verläuft ein Weg der Poesie zu Stationen, an denen verschiedene Gedichte zu lesen sind. Danach wandert man in den Wald hinein zum Rocher du Corbeau, dem Rabenfelsen. Diese Felskanzel mit schöner Aussicht über die umliegenden Vogesengipfel ist bereits nach einem Kilometer erreicht.
Wanderung im Elsass zu Felsenhäuser in Graufthal

Hinter der Ruhebank führt der Weg in Serpentinen hinab ins Tal, an einem Picknick-Platz vorbei bis zur D 178. Auf einem Pfädchen geht es neben der Straße entlang, durch den Weiler Kohlthal hindurch und am Ende des Weihers wieder rechts in den Wald hinein. Es folgt ein Anstieg auf den Weyerkopf, danach geht es in leichtem Auf und Ab weiter, bis man die ersten Häuser von Graufthal erreicht. Vorbei am Hôtel „Au Vieux Moulin“ auf der gleichnamigen Straße ins Dorf hineinlaufen, dann über die Brücke rechts in die „Rue Principale“ und gleich wieder rechts in die „Rue des Fontaines“ abbiegen. Nun steht man vor den Felsenhäusern in Graufthal und hat die Hälfte der Wanderung geschafft.
Die Höhlen unter dem Felsvorsprung wurden ursprünglich von Benediktinermönchen als Lager benutzt, in späteren Jahren dann zu Wohnhäusern umgestaltet. Ihre Rückwände, Decken und Böden sind tief im Sandstein eingebettet, lediglich die Frontfassaden und die ziegelgedeckten Dächer sind von Menschenhand geschaffen. Die taubenblaue Farbe lässt die Häuser von außen pittoresk erscheinen, doch die winzigen, dunklen Kammern geben einen Einblick in ein entbehrungsreiches, einfaches Leben. Die letzte Bewohnerin, Catherine Ottermann, genannt Felsekäth, lebte darin bis zu ihrem Tod 1958. Heute sind die originalgetreu möblierten Wohnungen gegen einen kleinen Obolus zu besichtigen.
Wanderung im Elsass über 15 Kilometer

Nach der Besichtigung der Felsenhäuser in Graufthal läuft man denselben Weg durch das Dorf zurück wie gekommen und kann im Ort einkehren. Am Ortsende geht man dann am Hôtel „Au Vieux Moulin“ geradeaus, an der Weggabelung danach halten links halten und der roten Raute weiter folgen. Auf einem Forstweg wandert man durch das langgezogene Rehbachtal, in dem sich zahlreiche Weiher aneinanderreihen. Diesen verlassen, sobald ein Wegweiser auf der rechten Seite auf einen Pfad leitet. Waren die Aufstiege bisher nicht sehr beschwerlich, so ändert sich das jetzt. Es geht stramm bergauf über den Rehkopf, danach über die Forststraße hinweg zum mächtigen Roger des Paiens (Heidenfels). Ab dem Forsthaus Endenberg steigt die Strecke ein letztes Mal kräftig an, bevor der Parkplatz an der Tourist-Info in La Petite Pierre wieder erreicht ist.
Schöne Wanderung zu Felsenhäuser in Graufthal

Am Ende der Tour bietet es sich an, noch einen kurzen Spaziergang zu Burg Lützelstein, dem Wahrzeichen der Stadt, einzuplanen. Dazu direkt neben dem Parkplatz auf der Rue du Château durch die historische Altstadt, die hier Staedtel heißt, marschieren. Neben der Burg ist auch die Simultankirche sehenswert. Zudem laden mehrere Gasthäuser zur Einkehr ein. Die Felsenhäuser in Graufthal bieten ein unvergessliches Erlebnis.
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