Familienausflüge zum Luitpoldturm im Pfälzerwald

Der Luitpoldturm im Pfälzerwald ist ein beliebtes Ziel, vor allem für einen Ausflug mit Kindern in der Pfalz. Denn vom Parkplatz ist es ein kurzer Spaziergang bis dorthin, den auch kleine Beinchen bewältigen können. Wer „mehr“ machen möchte, findet zahlreiche Wanderwege. Zur Geschichte: Um 1900 war Wandern nachgefragt wie nie. Draußen unterwegs zu sein galt als angesagt, heute würde man sagen: Wandern erlebte einen Boom.

Damit einher gingen viele Vereinsgründungen, für die Pfalz besonders prägend die des Pfälzerwaldvereins im Jahr 1902. Neben der Ausweisung von Wanderwegen und der Belebung von Hütten, war auch der Bau von Türmen eine gern gesehene Sache. Das Ziel war es schon früh, einen aktiver Wandertourismus aufzubauen und zu fördern. Auf vielen Gipfeln im Pfälzerwald sind deshalb große und kleine Baudenkmäler zu finden. Und zahlreiche Turm-Historien lassen sich in dieser Zeit verorten. So ist es auch beim Luitpoldturm, der ab 1908 auf dem rund 600 Meter hohen Weißenberg errichtet wurde.

Ausflug mit Kindern in der Pfalz: Luitpoldturm im Pfälzerwald

Luitpoldturm zwischen Hermersbergerhof und Hofstetten
Der Luitpoldturm wurde um 1908 erbau.

Die Lage zwischen den kleinen Höhendörfern Hermersbergerhof und Hofstätten auf der Gemarkung von Merzalben kann durchaus als abgelegen bezeichnet werden und bietet sich für einen Ausflug mit Kindern in der Pfalz an. Wobei heute mehrere Wanderwege zum Turm führen, wie beispielsweise die Mehrtagestour „Pfälzer Waldpfad“. Auf diesem exponierten Fleckchen errichtete der noch junge Pfälzerwaldverein den Luitpoldturm, benannt nach dem damaligen bayerischen Prinzregenten. Wie bei vielen anderen Bauwerken im Pfälzerwald, darunter der Luitpoldturm, spielte die Zugehörigkeit der Pfalz zu Bayern eine wichtige Rolle.

Der Pfälzerwaldverein unter seinem ersten Vorsitzenden Johann Martin Jäger, besser bekannt als Fritz Claus, nahm stattliche 23.000 Mark – entspricht heute etwa 256.000 Euro – in die Hand, um den über 30 Meter Luitpoldturm im Pfälzerwald aus Sandstein bauen zu lassen. „Da stand ich und schaute mit stummen Entzücken über den großartig einzig schönen Ausblick, der sich dem Auge bietet, hier eröffnet sich ein wahrhaftig großartiges, wunderbares Bild“, wird der Schriftsteller und Heimatdichter Fritz Claus in diesem Zusammenhang gerne zitiert. Dabei reichen die Pläne für einen Turmbau weiter zurück. Bevor es den Pfälzerwaldverein gab, beschäftigte sich nachweislich bereits der Gräfensteiner Verschönerungsverein um das Jahr 1895 mit der Idee. Die Umsetzung scheiterte, wie so oft, am Geld.

Der Luitpoldturm im Pfälzerwald ist heute ein beliebtes Ausflugsziel

Luitpoldturm im Pfälzerwald
Ganz weit oben: Wer Höhenangst hat, sollte auf den Aufstieg des Turms verzichten.

Nach einem guten Jahr Bauzeit wurde, nachdem sich der Pfälzerwaldverein der Sache angenommen hatte, dann am 26. September 1909 die Einweihung zelebriert. Weniger schlicht als andere Bauwerke präsentiert sich der Luitpoldturm mit Erker und Rundungen an der Aussichtsplattform. Eine Treppe führt über 165 Stufen und an einigen Fenstern vorbei in die Höhe, wo Ausflügler zunächst einen Raum erreichen. Von dort führt eine Wendeltreppe bis ganz nach oben auf die Aussichtsplattform.

Dort genießt man einen der schönsten Rundumblicke in der Südpfalz: Wald, soweit das Auge reicht. Bis hinüber ins Elsass und den Schwarzwald schweifen die Blicke. Wieder unten angekommen, werden die Hälse nach oben gereckt und der geübte Blick erkennt an der Fassade zwei Wappen, die die Wittelsbacher Raute und den Kurpfälzischen Löwen zeigen. Direkt am Turm angebaut ist eine massive Schutzhütte, in einer Art Kaminzimmer kann sogar ein Feuer gemacht werden. Und auf dem Gelände drumherum sind zusätzliche Picknickplätz zu finden.

Wer nicht den bereits erwähnten 140 Kilometer langen „Pfälzer Waldpfad“ unter die Sohlen nehmen will, kann einen kürzeren Ausflug zum Luitpoldturm im Pfälzerwald unternehmen. Von den  kleinen Parkplätzen am Luitpoldstein und am Holländerklotz liegt er nur ein paar Minuten Fußmarsch entfernt. Von Hermersbergerhof aus sind es etwa sechs Kilometer – noch an Rittersteinen und Felsformationen vorbei. Eine Runde von knapp 20 Kilometern führt durch Hermersbergerhof und Hofstetten am Turm vorbei. Der Luitpoldrundweg geht vor Ort ab und verläuft auf rund drei Kilometern durch den Pfälzerwald. Ebenfalls in der Nähe zum Luitpolturm liegt ein barrierefreier Aussichtspunkt: Von der Plattform an der Straße in Richtung Hermersbergerhof genießt man ebenfalls ein tolles Panorama über den Pfälzerwald.

Weitere Ausflugstipps gesucht?

Die Geschichte der Bad Dürkheimer Gondelbahn: Spuren im Wald

Hirzeckhaus: Familienfreundlicher Ausflug im Pfälzerwald

Wandern im Schwarzwald: Premiumtour Große Loffenauer Runde

Touren mit der Kraxe: Wandern mit Kindern im Pfälzerwald

Türme in der Pfalz für einen Familienausflug

Kontakt und Info

Ihr wollt mich direkt erreichen und mir Feedback geben? Am einfachsten ist das bei Instagram möglich: @wandercoissant. Ob beim Luitpoldturm im Pfälzerwald oder an einem anderen Ort, ich freue mich auf eure Nachrichten!

Entdecke mehr von Wandercroissant

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen