Östringen: Wasser und Gestein auf dem Brunnenweg im Kraichgau

Östingen, 12 km, mittelschwer

Der Geopfad „Brunnenweg“, initiiert von Wolfgang Essig, verläuft rund um das Kraichgau-Städtchen Östringen, teils durch das Stadtgebiet und überwiegend in der hügeligen Kraichgau-Landschaft. Wir waren zwar mit dem Kinderwagen unterwegs, das war aber sehr herausfordernd und anstrengend! Also, den Nachwuchs lieber in der Kraxe mitnehmen. Zehn großformatige Schautafeln am Wegesrand vermitteln auf der Wanderung viel Wissenswertes. Sie informieren über die Bedeutung des Wassers für Mensch und Natur und geben Einblicke in die geologische Entwicklung des Kraichgaus. Darüber hinaus bietet der Lehrpfad viele Ausblicke auf die umliegende Hügellandschaft, weshalb er nicht nur für Hobbygeologen reizvoll ist.

Einkehren: Auf unserer Tour haben wir unterwegs keine Einkehrmöglichkeit entdeckt. Wir hatten Rucksackverpflegung dabei und sind zum Abschluss in Östringen eingekehrt. Laut offizieller Beschreibung liegen allerdings das Hotel-Restaurant Waldlust sowie das Weingut Honold direkt am Weg.

Markierung: Die gesamte Wegstrecke ist mit Richtungspfeilen unter dem Geopfadlogo ausgeschildert: stilisierter Wanderer mit Lupe auf schwarz-weißem Grund.

Weitere Informationen gibt es beispielsweise unter www.oestringen.de oder www.kraichgau.de. Mein Bericht soll eine Orientierungshilfe bieten, die Strecke und ihre Begebenheiten vorstellen und helfen, die Anforderungen der Tour einzuschätzen. Vergesst nicht, zusätzliches Kartenmaterial mitzuführen und euch vor Antritt der Wanderung über Streckensperrungen, An- und Abreise usw. zu informieren. Den gpx-Track habe ich euch hier eingestellt: www.outdooractive.com/de/route/wanderung/kraichgau-stromberg/oestringen-brunnen-und-quellen-auf-dem-brunnenweg-im-kraichgau/215697312/

Und hier noch eine Karte:

Streckenbeschreibung: Der Geopfad startet mit seiner 1. Station auf dem Östringer Kirchberg zwischen dem historischen Rathaus und der katholischen Pfarrkirche St. Cäcilia am Steinhauerbrunnen. Die gesamte Wegstrecke ist mit dem Geopfadlogo und Richtungspfeilen markiert. Zunächst führen diese über Treppenstufen hinab durch die Gartenstraße, Dinkelbergstraße und Waldstraße. Hier befinden sich die Sportstätten, wo es im Gegensatz zur Innenstadt zeitlich unbegrenzte Parkplätze gibt. Es ist deshalb eine sinnvolle Alternative, an dieser Stelle mit der Rundwanderung zu beginnen.

Diese reizende Mariengrotte kann man bei der Kirche entdecken.

Nachdem die Sportanlagen passiert sind, überquert man die Rettigheimer Straße, hält sich danach links und wandert auf dem Trimm-Dich-Pfad zur Schwefelquelle. Das in einer futuristisch anmutenden Metallkugel gefasste Brunnenwasser soll das Immunsystem stärken und die Wanderer werden aufgefordert, davon zu trinken.

Zum Zeitpunkt der Wanderung floss kein Wasser aus der Quelle.

Der weitere Weg führt in einem Bogen wieder in die Stadt zurück: Zuerst am Stadtrand entlang, dann durch ein Wohngebiet. Nach der Konrad-Adenauer- und Ostendstraße biegt man rechts in die Mühlhausener Straße ab, überquert die Hauptstraße, folgt links der Mühlstraße und verlässt auf dem Schwannweg erneut das Stadtgebiet. Ein kurzer Abstecher führt nun zum Biotop Fischteich und zu den benachbarten „Wilden Brunnen“. Jetzt erschließt sich auch der Name Brunnenweg, denn an allen bisher erreichten Stationen wird die Bedeutung des Wassers für die Natur und den Menschen erklärt. Wieder zurück auf dem Hauptweg, geht es weiter zur Armenberghohle und zum Schilf-Sandsteinbruch mit mächtigen Löss- und Sandsteinwänden. Ab hier informieren die Schautafeln über die Struktur der vorhandenen Gesteine, über geologische Formationen und über die Entstehung der Kraichgau-Landschaft insgesamt.

Zahlreiche Infos begegnen dem Wanderer auf der Strecke.
Mäh!

Anstrengend – vor allem mit Kinderwagen – ist der Aufstieg über den Ulrichsberg, der dafür schöne Ausblicke über die sanfte Hügellandschaft bietet. Weiter führt der Weg über die L635 hinweg, am Bildstock „Gallushäusel“ rechts vorbei zum Rastplatz „Aussicht am roten Kreuz“, der zum Verweilen einlädt. Dazu gibt es auf der Schautafel einen Blick 200 Millionen Jahre zurück ins Erdmittelalter.

Am Bildstock.
Hügelige Kraichgau-Landschaft.

Danach wandert man auf Beton durch ein Rebenmeer, denn in Östringen hat der Weinbau Tradition. Die Wegeführung durch die Weinberge gleicht einem Zick-Zack-Kurs, ist aber gut beschildert. Am Sandkeller mit seinem Löss-Aufschluss werden die Klimabedingungen zwischen den Eiszeiten erklärt und an den beiden letzten Stationen gibt es Informationen über verschiedene Landschaftsformen und den Oberrheingraben. Ein letzter Fernblick über die Rheinebene eröffnet sich am Spiegelberg. Bei schönem Wetter blickt man nach Süden bis zum Nordschwarzwald und nach Westen bis zum Pfälzerwald. Das Stadtgebiet erreicht man auf der Thiviersstraße. Hier rechts abbiegen in die Joseph-Haydn-Straße. Dann geht es oberhalb des Schulgeländes entlang und man durchquert die Altstadt auf der Keltergasse. Im Stadtzentrum angekommen, hat man den Ausgangspunkt „St. Cäcilia“ auf dem Rathaus- und Kirchplatz direkt vor Augen.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: