Dunkles Wasser: die Karseen im Schwarzwald

Still, dunkel, tief: Die Karseen sind – vereinfacht formuliert – Überbleibsel der letzten Eiszeit und dementsprechend mehrere tausend Jahre alt. Sie liegen eingegraben an steilen Berghängen, den so genannten Karwänden, in einer mystischen Schwarzwald-Kulisse und um alle ranken sich Sagen und Legenden. Vor einiger Zeit konnte ich einige der Seen selbst entdecken und möchte eine Auswahl vorstellen. Einige Seen sind wahre Publikumsmagneten und können direkt angesteuert werden. Andere der Gewässer liegen abseits der Hotspots und können bei einer Wanderung wie z.B. dem Seensteig erkundet werden. Faszinierend sind sie alle! Wer sich genauer über die Karseen informieren möchte, wird beispielsweise hier fündig: www.schwarzwald-informationen.de

Der Wilde See am Ruhestein

Imposante 125 Meter ragt die Karwand in die Höhe und bis zu 12 Meter tief ist der Wilde See (Achtung: Verwechslungsgefahr mit dem Wildsee!), in der Nähe des Ruhesteins an der Schwarzwaldhochstraße (B500) gelegen. Da der Ruhestein das Herzstück des „Nationalparks Schwarzwald“ ist, wird auch der See zunehmend touristisch bespielt. Dennoch ist es eine kleine Wanderung vom Ausgangspunkt am Besucherzentrum bis zu dem dunklen Wasser. Wahlweise nutzt man für den Einstieg einen Sessellift und schlendert dann durch den naturbelassenen Bannwald. Hinunter zum See führt entweder eine einfache Strecke oder ein äußerst abenteuerlicher, aber empfehlenswerter Pfad (Trittsicherheit vorausgesetzt!). Denn Steine und herum liegende Stämme müssen während des Abstiegs überwunden werden. In der Nähe des Sees ist die Darmstädter Hütte zu finden sowie weitere Gastronomiebetrieben um das Besucherzentrum.

Weitere Informationen gibt es zum Beispiel hier: Schwarzwald Naturschutzgebiet Bannwald Wilder See

Braunes Wasser vor der imposanten Karwand: Das Ufer des Wilden Sees.

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Der beliebte und bekannte Mummelsee

Wahrscheinlich noch bekannter als der Wilde See ist der Mummelsee, der zu den beliebtesten Ausflugszielen im Schwarzwald zählt und ebenfalls direkt an der Schwarzwaldhochstraße (B500) liegt. Sein Name kommt wohl von den Seerosen, die im Volksmund „Mummeln“ genannt wurden. Warum ausgerechnet der Mummelsee sich einer solch großen Beliebtheit erfreuen kann, liegt zum einen an der zentralen Lage. Zum anderen gibt es direkt am See ein Hotel. Touristisch gesehen lässt das Areal keinerlei Wünsche offen: Tretboote fahren auf dem Gewässer und massig Stücke von Schwarzwäldertorte werden auf Papptellern in der Sonne verspeist. Neben der hoch frequentierten Ladenzeile, verteilen sich die Hotelgäste und Tagesausflügler auf der Sonnenterrasse. Mittendrin im Getümmel steht der Seekönig für Fotos bereit. Zahlreiche Touren für Wanderer und Spaziergänger sind ausgeschildert. Ein Ziel ist die Hornisgrinde, die höchste Erhebung im Nordschwarzwald.

Weitere Information gibt es zum Beispiel hier: unter www.mummelsee.de

Ein Hotel steht direkt am Seeufer des Mummelsees.
Auf dem See: Tretboote vor der Schwarzwaldkulisse.

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Die Insel auf dem Buhlbachsee

Der Buhlbachsee, auf der Gemarkung von Baiersbronn gelegen, gehört zu den eher kleineren Karseen und kann über verschiedene Wanderwege angelaufen werden. Beispielsweise vom Bärenteich-Parkplatz aus führt ein Pfad direkt dorthin. Über Wurzeln, Steine und Waldboden muss der Wanderer allerdings die etwa 120 Meter hohe Karwand hinab- und wieder aufsteigen (Trittsicherheit vorausgesetzt!). Auch der Parkplatz am nahegelegene Lotharpfad kann als Ausgangspunkt genutzt werden. In der Mitte des Sees zieht eine Insel die Aufmerksamkeit auf sich: Diese kann und darf nicht betreten werden, da es sich um einen empfindlichen und seltenen Lebensraum handelt. Nur Wissenschaftler dürften von Zeit zu Zeit und unter strengen Auflagen einen Fuß auf die Insel setzen, um die seltene Flora und Fauna zu studieren. Am Buhlbachsee lässt sich der Prozess der Verlandung gut erkennen: Denn nach und nach „wachsen“ die Karseen zu und werden zu Mooren – zumindest, wenn der Mensch nicht eingreift.

Weitere Informationen gibt es zum Beispiel hier: Schwarzwald Buhlbachsee

Die Insel auf dem Buhlbachsee darf nicht betreten werden.

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Seerosen auf dem Huzenbacher See

Etwa vier Kilometer vom Baiersbronner Stadtteil Huzenbach entfernt liegt der gleichnamige Karsee. Rund sieben Meter tief ist der See, dessen Merkmal ein schwimmender Ring von Seerosen ist. Warum die bunt leuchtenden Seerosen am Huzenbacher See so zahlreich sind, ist bisher nicht ganz geklärt, da er zudem als besonders nährstoffarm gilt. Im Jahr 1895 wurde am Seeausgang ein Wehr errichtet, um den Wasserstand besser regulieren zu können. Bereits zuvor wurde das Gewässer, wie andere Karseen auch, von den Flößern für ihre Arbeit benutzt. Mithilfe des künstlichen Wehrs wurde das Wasser immer wieder gestaut, wodurch das Holz in Richtung Tal transportiert werden konnte. Besonders schön ist der Weg durch das Tal und über einen Pfad hinauf zum Seeblick. Der Karsee ist von den Ortschaften Huzenbach, Tonbach sowie Röt gut zu erreichen.

Weitere Information gibt es zum Beispiel hier: Schwarzwald Huzenbacher See

Der Huzenbacher See ist nicht nur zur Blütezeit der Seerosen einen Besuch wert.

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Der Schurmsee bei Schönmünzach

Ein guter Ausgangspunkt zu dem wegen seiner abgeschiedenen Lage eher wenig frequentierten Karsee ist Hundsbach oder Schönmünzach. Infos gibt’s zudem bei der örtlichen Tourist-Information. Von den Sitzbänke am Seeufer kann man die Einsamkeit im Angesichts der überwältigenden Natur auf sich wirken lassen. An der tiefsten Stelle ist der See 13 Meter tief und zeigt ebenfalls den Prozess der Verlandung. Die Strecke auf dem weichen Waldboden um den See herum misst etwa 1,5 Kilometern. Dabei lässt sich ein guter Eindruck der vielfältigen Flora und Fauna gewinnen. Außerdem kann die die Schurmseehöhe erklommen werden.

Weitere Informationen gibt es zum Beispiel hier: Schwarzwald Schurmsee

Der eher kleine und unbekannte Schurmsee.

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