Pfalz/Leistadt: Auf historischen Spuren zum Ungeheuersee

Leistadt, 8,5 km mit Abstecher 2 km zusätzlich, mittelschwer.

Die Zeit bleibt nicht stehen und wir haben in das nächste „Fortbewegungsmittel“ fürs Wandercrossini investierte: Eine Kindertrage, auch Kraxe genannt, die wir natürlich direkt ausgetestet haben. Unsere Wahl fiel auf den „Historischen Rundwanderweg Leistadt“, der im Internet als „familienfreundlich, aber nicht Kinderwagen geeignet“ beschrieben wird, dem ich so zustimme. Ich kann mir vorstellen, dass besonders ältere Kinder viel Freude an den vielen Dingen haben, die es im Wald zu entdecken gibt. Dafür müssen aber auch knackige Anstiegen und teils zugewucherte Pfade überwunden werden.

Markierung: Hinweis „Historischer Rundweg Leistadt“, weiß-roter Balken, Hinweis „Rund um Leistadt“.

Einkehren: PWV-Hütte am Ungeheuersee: Bis 24. November an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr (im November bis 17 Uhr) geöffnet. Vom 15. Mai bis 23. Oktober ist auch mittwochs von 12 bis 17 Uhr geöffnet, am besten aktuell informieren: http://www.pwv-weisenheim.de. Weitere Gastronomie im Ort und den umliegenden Ortschaften.

Weitere Informationen gibt es viele im Internet, zum Beispiel unter http://www.bad-duerkheim.com, http://www.leistadt.com, http://www.pwv-weisenheim.de, http://www.suedlicheweinstrasse.de, http://www.verkehrsverein-leistadt.de. Es gilt: Mein Bericht soll eine Orientierungshilfe bieten, die Strecke und ihre Begebenheiten vorstellen und helfen, die Anforderungen der Tour einzuschätzen. Vergesst nicht, zusätzliches Kartenmaterial mitzuführen und euch vor Antritt der Wanderung über Streckensperrungen, An- und Abreise usw. zu informieren. Den GPS-Track findet ihr hier: https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/pfalz/historischer-rundwanderweg-leistadt/122262944/

Streckenbeschreibung: Los geht es am Wanderparkplatz am Ende des weinfrohen Örtchens Leistadt. Von dort sehen wir direkt den Wegweiser „Historischer Rundwanderweg“, dem wir nach links in den Ort hinein folgen. Nur kurz sind wir an der schmalen Hauptstraße unterwegs, bevor wir nach rechts abbiegen und schnell in den Wald hineinkommen. Es geht kontinuierlich bergauf und wir schlendern durch eine Siedlung mit hübschen Wochenendhäuschen. Wir laufen immer geradeaus auf dem Pochelweg durch das Gebiet, das wir an einer Kreuzung mit Sitzbänken und Tisch verlassen, um schräg rechts in den Wald hinauf zu steigen. Nach einem weiteren Aufstieg kommen wir über einen Waldpfad zur Laura-Hütte.

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Die Laura-Hütte mit den auffälligen Säulen wurde 1845 zu Ehren von Laura Retzer errichtet.

Mit Blick auf die Hütte ist unser Weg der rechte – unsere bisherige Markierung vermissen wir an dieser Stelle – der mit einem weiß-roten Balken markiert ist. Auf dem angenehmen Waldboden geht es weiter, bis wir links erneut in die Höhe steigen müssen. Vor uns liegt ein knackiger Anstieg durch einen Hohlweg und wer möchte, verlässt an dieser Stelle den Rundwanderweg, um zum Ungeheuersee nebst PWV-Hütte zu gelangen, die etwa einen Kilometer entfernt liegen. Der See wurde 1599 erstmals erwähnt und war ursprünglich als Viehtränke angelegt. Die PWV-Hütte ist in der Regel nur sonntags geöffnet.

Wir gehen zurück wie gekommen und nehmen nun den besagten, recht steilen Hohlweg in Angriff. Nun ist es aber geschafft und wir haben am „Krummholzer Stuhl“ den höchsten Punkt der Wanderung erreicht. Steinerne Reste erinnern an den einstigen römischen Steinbruch, in dem im 2. und 3. Jahrhundert gearbeitet wurde. Nun geht es Schlag auf Schlag mit den Relikten aus vergangenen Zeiten und wir kommen an der „Suppenschüssel“ vorbei – einem Rechts- und Grenzstein, an dem Besprechungen und auch mal ein Umtrunk stattgefunden haben. Den Leininger Grenzstein passieren wir und erkunden das „Kanapee“: eine mittelalterliche Einsiedelei, die zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert bewohnt war. In den Stein gehauene Stufen zeugen von der Vergangenheit. Im Laufe der Wanderung folgen weitere Steinformationen und wir staunen besonders über die römischen Wagenspuren, die wir im felsigen Boden entdecken. Denn mittlerweile sind wir auch einer einstigen Römerstraße unterwegs und müssen während dieses Wegabschnitts immer mal wieder nach unserer Markierung suchen. Es gibt so viel zu entdecken, dass wir diese nicht aus den Augen verlieren sollten! So schmunzeln wir auch über den „Liebesbriefkasten“, eine in den Felsen gehauene, kleine Einbuchtung und das „Portemonnaie“: Wer in diesen Felsspalt einen Stein einwirft, wird reich werden – soweit die Sage.

Wir sind schon die ganze Zeit leicht bergab durch den Wald marschiert und nähern uns wieder Leistadt. An der bereits bekannten Kreuzung mit Sitzgruppe am Ende der Wochenendhaus-Siedlung halten wir uns nun rechts und direkt wieder links. So durchqueren wir das Gebiet erneut und kommen bergab nach Leistadt zurück. Das Hinweisschild „Rund um Leistadt“ führt uns entweder durch den Ort und noch an dem Rathaus und der Kirche auf der schmalen Hauptstraße entlang. Oder wir folgen dem Hinweis „Fussweg zum Parkplatz Berntal“ und laufen ein kurzes Stück durchs offene Feld zu unserem Ausgangspunkt zurück.

 

 

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