Östringen/Kraichgau: Vorbei an Brunnen, Quellen und Teichen

Östringen, 12 Kilometer, leicht/mittelschwer.

Der Geopfad „Brunnenweg“ verläuft rund um Östringen mit einigen mittelschweren Auf- und Abstiegen. Er wurde von Wolfgang Essig erschlossen, der noch einen weiteren Weg, den Quellenweg, in seinem Buch beschreibt: Geopfade im Östringer Kraichgau, hrsg. von der Stadt Östringen, im Buchhandel für 12,50 Euro erhätlich.

Anfahrt: Über die A5 bis zur Ausfahrt „Kronau“, durch Bad Schönborn bis Östringen. Parkplätze (zeitlich begrenzt) gibt es im Stadtgebiet, kostenfreie Parkmöglichkeiten sind beispielsweise beim Sportplatz vorhanden. Mit der Bahn bis nach Bad Schönborn und ab da mit dem Bus bis nach Östringen.

Weitere Information: Die gesamte Wegstrecke ist mit Richtungspfeilen unter dem Geopfadlogo ausgeschildert: stilisierter Wanderer mit Lupe auf schwarz-weißem Grund. Unterwegs besteht leider nirgends die Möglichkeit zur Einkehr, deshalb Rucksackverpflegung nicht vergessen. Gastronomie gibt es dann beispielsweise in Östringen. Infos zur Strecke auch unter http://www.oestringen.de.
Wie immer gilt: Mein Bericht soll eine Orientierungshilfe bieten, die Strecke und ihre Begebenheiten vorstellen und helfen, die Anforderungen der Tour einzuschätzen. Vergesst nicht, zusätzliches Kartenmaterial mitzuführen und euch vor Antritt der Wanderung über Streckensperrungen, An- und Abreise usw. zu informieren. Den GPS-Track findet ihr hier: https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/kraichgau-stromberg/brunnenweg-oestringen-kraichgau/122034109/

Streckenbeschreibung: Der Geopfad „Brunnenweg“, der rund um das Kraichgaustädtchen Östringen führt, wurde im April 2018 eingeweiht und geht auf die Initiative von Wolfgang Essig zurück. Meine Mutter, Wandercrossini und ich haben ihn im Frühjahr 2019 unter die Schuhe bzw. die Räder genommen. Allerdings kann ich die Tour nur eingeschränkt für einen Ausflug mit Kinderwagen empfehlen und nur für Schieber, die sportliche Anstiege und zugewucherte Pfade in Kauf nehmen. An der 12 Kilometer langen Strecke stehen immer mal wieder großformatige Schautafeln, die allerlei Infos über die Bedeutung des Wassers für Mensch und Natur und die geologische Entwicklung des Kraichgaus geben.

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Am Rathaus ist der offizielle Start des Rundwegs (mit Blick auf das Gebäude geht es nach rechts). Man kann allerdings auch gut bei den Sportstätten beginnen, da es dort bessere Parkmöglichkeiten gibt.

Gestartet sind wir an der ersten Station auf dem Östringer Kirchberg zwischen dem historischen Rathaus und der katholischen Pfarrkirche St. Cäcilia am Steinhauerbrunnen. Das Geopfadlogo führt uns über Treppenstufen (können umfahren werden) hinab durch die Gartenstraße, Dinkelbergstraße und Waldstraße. Hier sind die Sportstätten, wo es im Gegensatz zur Innenstadt zeitlich unbegrenzte Parkplätze gibt. Es macht deshalb Sinn, an dieser Stelle mit der Rundwanderung zu beginnen, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Nachdem wir an den Sportanlagen vorbei gelaufen sind, überqueren wir die Rettigheimer Straße, halten uns danach links und wandern auf dem Trimm-Dich-Pfad zur Schwefelquelle. Das in einer „futuristisch anmutenden Metallkugel“ (Zitat Mutti) gefasste Brunnenwasser soll das Immunsystem stärken und die Wanderer werden aufgefordert, davon zu trinken. Allerdings lag am Tag der Wanderung der Brunnen noch im Winterschlaf.

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Vor der Schwefelquelle, die zum Zeitpunkt der Wanderung nicht in Betrieb war. Wanderhund Oskar war auf der Tour auch dabei.

Der weitere Weg führt uns in einem Bogen wieder in die Stadt zurück: Zuerst am Stadtrand entlang, dann durch ein Wohngebiet. Nach der Konrad-Adenauer- und Ostendstraße biegen wir rechts in die Mühlhausener Straße ab. An dieser Stelle vermissen wir unsere Markierung schmerzlich und generell ist dies kein schöner Streckenabschnitt. Denn jetzt überqueren wir die vielbefahrene Hauptstraße, folgen an der unübersichtlichen Stelle links der Mühlstraße und verlassen auf dem Schwannweg wieder das Stadtgebiet. Nun sind wir auf einem Gras- und Feldweg unterwegs, hätten allerdings auch der Verlängerung der Mühlstraße folgen können, was uns einfacher erscheint (zumal mit KiWa).
Ein kurzer Abstecher führt uns nun zum Biotop Fischteich und zu den benachbarten „Wilden Brunnen“. Jetzt erschließt sich auch der Name Brunnenweg, denn an allen bisher erreichten Stationen wird die Bedeutung des Wassers für die Natur und den Menschen erklärt. Das ist mal mehr, mal weniger interessant, wie ich finde. Wieder zurück auf dem Hauptweg, geht es weiter zur Armenberghohle und zum Schilf-Sandsteinbruch mit mächtigen Löss- und Sandsteinwänden.

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Am Sand-Steinbruch gibt es allerlei Infos über die Struktur der vorhandenen Gesteine, über geologische Formationen und über die Entstehung der Kraichgaulandschaft insgesamt. Um ehrlich zu sein, hatte ich etwas anderes erwartet, Mutter war dagegen begeistert.

Anstrengend, vor allem mit Kinderwagen, ist der Aufstieg über den Ulrichsberg, der dafür schöne Ausblicke über die sanfte Hügellandschaft bietet. Weiter führt der Weg über die Landesstraße 635 hinweg, am Bildstock „Gallushäusel“ rechts vorbei zum Rastplatz „Aussicht am roten Kreuz“. Hier haben wir Pause gemacht und die Aussicht sehr genossen. Dazu gibt es auf der Schautafel einen Blick 200 Millionen Jahre zurück ins Erdmittelalter – wieder war Mutti daran interessierter als ich ;-).

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Unterwegs in einer typischen Kraichgaulandschaft, im „Land der tausend Hügel“.

Danach wandern wir auf Beton durch ein Rebenmeer, denn in Östringen hat der Weinbau Tradition. Die Wegeführung durch die Weinberge gleicht einem Zick-Zack-Kurs, ist aber gut beschildert. Wieder ist es für Ausflügler mit Kinderwagen anstrengend, bereits im vorherigen Abschnitt mussten wir uns auch immer wieder über zugewucherte Pfade kämpfen. Ein weiterer Fernblick über die Rheinebene eröffnet sich am Spiegelberg. Bei schönem Wetter blicken wir nach Süden bis zum Nordschwarzwald und nach Westen bis zum Pfälzerwald.

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Wanderhund Oskar, ich und Wandercrossini. Kurz nach dieser Aufnahme verlassen wir die Kraichgau-Landschaft und laufen durchs Stadtgebiet zum Ausgangspunkt zurück.

Das Stadtgebiet erreichen wir auf der Thiviersstraße. Dann biegen wir rechts ab in die Joseph-Haydn-Straße, gehen oberhalb des Schulgeländes entlang und durchqueren die Altstadt auf der Keltergasse. Im Stadtzentrum angekommen, haben wir unseren Ausgangspunkt „St. Cäcilia“ auf dem Rathaus- und Kirchplatz direkt vor Augen.

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