Pfalz. Von Gleisweiler zur Rietaniahütte und wieder zurück

Rundweg Gleisweiler-Burrweiler-Weyher, 11 Kilometer. Einfach/Mittel.

Wir machen eine überwiegend einfache Wanderung und durchqueren dabei drei Pfälzer Ortschaften. Da wir nicht in den Wald kommen, ist die Tour als Winterspaziergang geeignet. Wir hatten mit unserem geländegängigen (!) Kinderwagen keinerlei Probleme. Als Einkehr bietet sich die Rietaniahütte an, wir passieren aber auch die Burrweiler Mühle. Ein Abstecher zur Villa Ludwigshöhe kann eingeplant werden.

Information: Ich empfehle auf dieser Strecke – vor allem für ortsfremde Wandersleut‘ – unbedingt die Mitnahme von zusätzlichem Kartenmaterial oder des GPS-Tracks! Es gibt nämlich keine durchgehende Markierung und wir sind teilweise auf unmarkierten Wegen unterwegs. Den GPS-Track habe ich euch hier hochgeladen: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/pfalz/von-gleisweiler-zur-rietaniahuette/118575747/

Markierungen: „Pälzer Keschdeweg“, „Wanderweg Deutsche Weinstraße“, „Pfälzer Mandelpfad“, aber nicht durchgängig.

An-/Abreise: Gleisweiler erreicht man über die A65 und dann noch ein Stück auf der Landstraße. Der Parkplatz, von dem aus wir gestartet sind, liegt am Ortseingang von Böchingen oder Frankweiler kommend (Weinstraße, bei der Feuerwehr). Dort ist auch die Bushaltestelle.

Einkehr (bitte aktuell abfragen): Rietaniahütte, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag und alle Feiertage, 11 bis 19 Uhr. Burrweiler Mühle, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, 15 bis 23 Uhr. Sonntag und Feiertage: 12 Uhr bis 21 Uhr. http://www.rietania-rhodt.de Gastronomie in allen drei Dörfern.

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Streckenbeschreibung: Wir haben eine Wanderung gesucht, die auch im Winter mit dem Kinderwagen machbar ist. Also schieden alle Strecken IM Pfälzerwald aus. Diese Tour, die meine Mutter konzipiert hat, verläuft am Haardtrand entlang. Wir sehen den Wald zwar, sind aber überwiegend auf gut ausgebauten Wegen unterwegs (aber nicht nur!) und kommen durch drei schnuckelige Pfälzer Ortschaften. Da es sich um einen Rundweg handelt, passieren wir die Orte zweimal, jedoch auf unterschiedlichen Wegen.
Los geht es in Gleisweiler, von wo aus wir uns auf der Weinstraße in Richtung Burrweiler aufmachen. Dazu biegen wir vom Startpunkt auf dem Parkplatz rechts ab, laufen auf dem Radweg neben der Weinstraße entlang und sehen Burrweiler auch schon direkt. Wir durchqueren das Ortszentrum, in dem neben den schön restaurierten Winzerhäusern besonders die Ofengalerie mit ihren antiken Öfen auffällt. Aber Burrweiler ist nicht nur Winzerdorf, sondern auch Wallfahrtsort, von dem viele Gläubige im Sommer hinauf auf den Annaberg zur Mutter Anna pilgern. Bei schönem Wetter sehen wir die Kapelle auch. Bei unserer Tour lag der Berg allerdings im dichten Nebel, von der Anna-Kapelle war nichts zu sehen.

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Blick auf Burrweiler von Gleisweiler kommend. Bei unserer Tour war es sehr nebelig – eine ganz besondere Stimmung.

Wir verlassen das hübsche Dorf durch die Raiffeisenstraße und Gaisbergstraße, bleiben eine ganze Zeitlang auf dem Radweg, der parallel zur Weinstraße verläuft, bis das Schild „Tennisclub Modenbachtal“ auftaucht. Hier biegen wir links ab. Der Weg führt weiter vorbei an der „Mittelmühle“ und dem „Skulpturenpark Hummelaue“.

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Im Skulpturenpark. So wirklich viel gibt es allerdings nicht zu sehen.

Wir spazieren nun durch die offene Landschaft und kommen noch an einem Bildstock vorbei. Nachdem wir – Weyher bereits im Sichtfeld – immer geradeaus gelaufen sind, biegen wir links und einmal rechts ab und erreichen so wieder einen Radweg („Römerstraße“). Wir folgen der Straße geradeaus (nicht rechts abbiegen), bis wir am Ende der Straße ein Jesus-Kreuz sehen. Hier geht es nun kurz nach rechts in den „Edesheimer Weg“ und direkt wieder links „Im Seitenviertel“. Wir sind bereits im Neubauviertel und folgen der Straße „Am Kohlhasen“, bis wir die „Rhodter Straße“ überqueren und auf die „Peter-Eberle-Straße“ gelangen. Dieser folgen wir nach rechts und direkt wieder links. Noch einmal biegen wir, bereits in er offenen Landschaft, nach links ab und laufen direkt wieder nach rechts und bei der zweiten Möglichkeit nochmals rechts. Wir sind auf einem unbequemen Schotterweg in Richtung des Örtchens Rhodt unter Rietburg unterwegs, das wir jedoch nicht erreichen. Denn davor geht es für uns nach links und wir sehen – wenn es nicht grade nebelig ist – bereits die Villa Ludwigshöhe. Auf diesem Streckenabschnitt freuen wir uns sehr über das zusätzliche Kartenmaterial, das wir dabei haben!

Wer möchte läuft nun zur Villa, was allerdings mit einem Aufstieg verbunden ist. Wir haben uns direkt in Richtung Rietania-Hütte gehalten (ist angeschrieben) und sind noch an einem großen Hotel samt Gasthaus vorbei gekommen. Der Weg bis zur Hütte ist ein kleines Asphaltsträßchen auf dem es kontinuierlich leicht bergauf geht. Von der Rietania-Hütte geht es nun nach Weyher (nicht dem rechten Weg ansteigend in den Wald folgen, sondern dem Sträßchen in den Ort hinein). Auf dem „Oberdorf“-Weg und der „Josef-Meyer-Straße“ gelangen wir ins denkmalgeschützte Ortszentrum, wo sich das barocke Rathaus mit Arkadenhalle sowie zahlreiche Fachwerkhäuser und schöne Torbögen befinden. An der Ostfassade des Rathauses entdecken wir den „Kattelbas-Brunnen“, der an die Hebamme Katharina Lutz erinnert, die mehr als tausend Kindern auf die Welt geholfen hat. Übrigens der einzige Hebammenbrunnen in ganz Deutschland!

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Der Kattelbas-Brunnen in Weyher. Man muss um das kleine Rathaus herum gehen, um ihn nicht zu übersehen.

Wir verlassen das Winzerdorf Richtung Süden, biegen von der Josef-Meyer-Straße in die offene Landschaft ab und wandern nun durchs Rebenmeer unterhalb des Haardtgebirges. Wieder ist das zusätzliche Kartenmaterial bzw. das GPS-Gerät auf diesem Streckenabschnitt nützlich. Denn wir laufen konsequent geradeaus, verlassen dann den asphaltierten Weg, gehen etwa 100 Meter auf einem abenteuerlichen Grasweg zwischen Weinberg und Wassergraben hindurch, biegen danach rechts ab und erreichen das Landrestaurant Burrweiler Mühle, das wir bereits sehen. Weiter führt der Weg über die Kreisstraße K 59 hinweg ins 800 Einwohner zählende Winzerdorf Burrweiler.

Im kleinen Industriegebiet vor dem Ort angekommen, fällt direkt ein pink-farbenes Gebäude auf. Vor diesem geht ein unmarkierter Weg nach rechts ab und am Sportplatz vorbei. So kommen wir auf die Hauptstraße von Burrweiler. Jetzt links weiter gehen und an der „Touristinfo“ rechts in die Mönchstraße einbiegen, gleich wieder links und „Am Gewannenpfad“ oberhalb des Ortszentrums entlanglaufen. Am kleinen Rastplatz verlassen wir das Dorf und laufen in Richtung Anna-Kapelle in die offene Landschaft. Nun wird es erneut abenteuerlich und wir zücken das GPS-Gerät: Zuerst steigt der breite Weg (rechts oder links ist egal, sie treffen wieder zusammen) etwas an, dann führt ein leicht zu übersehender Grasweg nach links abwärts zwischen den Rebzeilen hindurch. Unten angekommen, dann einmal rechts und wieder links abbiegen und jetzt geradeaus weiter. So erreichen wir über „Im Hinzloch“ und die Kirchstraße wieder Gleisweiler.

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Der „Alter Steintrog“ aus dem 16. Jahrhundert wurde früher als Pferdetränke genutzt.
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Blick in das „Schuhmachergässel“, in dem früher die Handwerker des Ortes gewohnt haben.

Wie in den beiden anderen Dörfern auch reihen sich hier schmucke Fachwerkhäuser und stattliche Weingüter dicht aneinander. Durch die Kirchstraße gelangen wir ins Zentrum und umrunden die Kirche St. Stephan in einer scharfen Linkskurve. Über die Hauptstraße kommen wir am Reitschulplatz vorbei zurück zu unserem Ausgangspunkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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