Schwarzwald/Ottenhöfen: Sportlich über den Karlsruher Grat

Ottenhöfen, 12 Kilometer, 700 Höhenmeter, schwer. Trittsicherheit, festes Schuhwerk und Schwindelfreiheit erforderlich.

Der so genannte Karlsruher Grat im Schwarzwald gilt als einziger Klettersteig im Schwarzwald. Zwar kann er ohne Ausrüstung erklommen werden und es gibt auch eine alternative Strecke, aber alpine Gefühle kommen bei der Kletterei schon etwas auf. Eine schöne, von über 700 Höhenmetern geprägte Tour führt nicht nur zum Grat, sondern auch zu den sehenswerten Edelfrauen-Wasserfällen. Kurios: Die Trinkbrunnen auf der Strecke.

Informationen: Gibt es sehr viele im Internet, zum Beispiel unter http://www.ottenhoefen-tourismus.de. Dort ist die Prospekt-Bestellung möglich, man findet den GPS-Track und allerlei Informationen zur Strecke. Auf YouTube gibt es sogar einen kurzen Film vom Klettersteig auf dem Karlsruher Grat – da bekommt man eine ganz gute Vorstellung von den Ansprüchen. Schaut euch vor Tourantritt unbedingt das Höhenprofil an! In Ottenhöfen selbst ist die Tourist-Info beim Bahnhof zu finden.

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Streckenbeschreibung: Wir haben beim Bahnhof in Ottenhöfen geparkt und uns in der Tourist-Info noch mit einem Flyer und einigen Infos eingedeckt. Dort sieht man gleich die Markierung des Genießerpfads Karlsruher Grat. Es geht durch eine kleine Parkanlage und nach rechts auf die Allerheiligenstraße. Dann geht es nach links auf die Albert-Köhler-Straße und ein Stück am Hildahain entlang, bevor es auf die Marktgraf-Bernhard-Straße geht. Wir steigen bereits stetig bergauf und treffen im Wald auf den ersten Trinkbrunnen – und wir sind begeistert von der Idee. Es handelt sich dabei um einen mit Getränken und kleinen Snacks wie Schokoriegeln gefüllten „Kühlschrank“. Für einen kleinen Obolus steht eine Kasse bereit. Zu den „Öffnungszeiten“ der Trinkbrunnen kann ich an dieser Stelle nix sagen. Manchmal sind sie wohl auch verschlossen.

Für eine kleine Stärkung gut: Zwei Trinkbrunnen liegen an der Strecke. Die reguläre Einkehrmöglichkeit hatte bei unserem Ausflug geschlossen.

Wir erreichen die Edelfrauen­grab-Wasserfälle, an denen entlang wir weiter in die Höhe steigen – ein sehr schöner Wegabschnitt. Weiter geht es am Bachlauf des Gottschlägbaches entlang, bis wir am zweiten Trinkbrunnen ankommen, an dem wir uns für den anstehenden Aufstieg nochmal stärken.

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Der Wegabschnitt an den Wasserfällen ist schön. Nehmt euch etwas Zeit, euch die Sage um die Edelfrau durchzulesen.

Weiter geht es bergauf und auf einer Waldlichtung vor dem Karlsruher Grat ist auch schon die Alternativ-Route ausgeschildert. Wir haben eine Mischung aus beiden gemacht: Zuerst waren wir auf dem Grat unterwegs und sind wagemutig geklettert, später sind wir dann auf die Alternativroute, die teilweise parallel verläuft, gewechselt. Wie schon erwähnt sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingte Voraussetzungen für den Weg über den Grat. Übrigens finde ich „Klettersteig“ nicht die passende Bezeichnung, da es keine Seile, Tritte oder Eisen gibt. Ein Klettergurt ist auch nicht vonnöten, Mut dagegen schon!

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Auf dem Karlsruher Grat: Kurze Verschnaufpause und die Aussicht genießen. Kurz darauf haben wir auf den Alternativpfad gewechselt.

Nach dem Karlsruher Grat treffen die Wege wieder zusammen und wir machen uns auf in Richtung Bosenstein. Dort gibt es zwei potentielle Einkehrmöglichkeiten, die zum Zeitpunkt unserer Wanderung leider geschlossen hatten. Also vorher unbedingt über die Öffnungszeiten informieren, denn bis wir dort oben angekommen waren, waren wir ganz schön aus der Puste. Vom Bosensteiner Eck aus folgt ein sehr schöner Wegabschnitt – mal nicht bergauf – durch eine offene Wiesenlandschaft. Wir tauchen wieder in den Wald ein und beginnen nun mit dem Abstieg. Für uns war dieser fast noch anstrengender als der Aufstieg, da es erst einmal über einen unbefestigten Geröll-Weg geht. Am Brennte Schrofen genießen wir nochmal den Ausblick. Wir kommen absteigend aus dem Wald heraus und sehen Ottenhöfen unter uns. Wir sind an dieser Stelle von der Markierung, die uns zuverlässig geführt hat, abgewichen und einfach durch den Ort geschlendert, da wir noch einkehren wollten.

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Blick auf Ottenhöfen gegen Ende der Wanderung.

 

 

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