Edenkoben: Ein „Klassiker“ im Pfälzerwald

Villa Ludwigshöhe – Rietburg – Kohlplatz – Nello-Hütte – Amicitia-Hütte – Villa Ludwigshöhe, 12 Kilometer, mittelschwer.

Es gibt ein paar Wander-Klassiker im Pfälzerwald, die gehen eigentlich immer. Diese Wanderung gehört meiner Meinung nach dazu. Sie verbindet auf überwiegend einfachen Wegen Geschichte, gute Einkehrmöglichkeiten und – wenn man mit der Sesselbahn fährt – ein kleines außergewöhnliches Abenteuer. Die Streckenlänge von 12 Kilometern kann um zwei Kilometer verkürzt werden, wenn man die Bahn nutzt. Kinder freuen sich immer über einen Ausflug hoch zur Rietburg, bei der es noch ein Wildtiergehege zu erkunden gibt. Da es sich bei der Tour nicht gerade um einen Geheimtipp handelt, trifft man auf der Tour allerlei Ausflügler.

Markierung: Blau-gelber Balken, blau-weißer Balken, roter Punkt, Pälzer Keschdeweg.

Allgemeine Infos: Wir sind teilweise auf unbeschilderten Wegen unterwegs, weshalb zusätzliches Kartenmaterial nicht fehlen sollte! Es gilt, vor allem für Ortsunkundige: Mein Bericht soll eine Orientierungshilfe bieten, die Strecke und ihre Begebenheiten vorstellen und helfen, die Anforderungen der Tour einzuschätzen. Vergesst nicht, zusätzliches Kartenmaterial mitzuführen und euch vor Antritt der Wanderung über Streckensperrungen, An- und Abreise usw. zu informieren. Den GPS-Track gibt es hier: https://www.outdooractive.com/de/wanderung/pfalz/unterwegs-in-koenig-ludwigs-reich/117062333/

Rietburgbahn (Zeiten und Preise vor allem in Coronazeiten aktuell abfragen): www.rietburgbahn-edenkoben.de

Einkehren (Auch unbedingt aktuell abfragen)
Höhengaststätte Rietburg: Höhengaststätte Rietburg | Südliche Weinstraße (suedlicheweinstrasse.de), Aktuelles auch auf Facebook.
Nello-Hütte: nello-huette.de
Amicitia-Hütte: amicitia-ev.de
Rietania-Hütte: www.rietania-rhodt.de
Schweizerhaus: pwv-weyher.de/schweizer-haus/

Dazu kommt noch der Kiosk an der Talstation der Rietburgbahn.

Streckenbeschreibung: Wenn König Ludwig I. von Bayern in „seines Reiches mildesten Teil“ reiste, dann besuchte er seine Residenz oberhalb des Städtchens Edenkoben. In der 1846 errichteten Villa Ludwigshöhe verbrachte er am liebsten die Sommermonate und hier feierte er Ende August auch seinen Geburtstag – soweit der kurze Auszug aus der Geschichte, die in der Pfalz wohl jedes Kind kennt. Natürlich können historieninteressierte Wanderer das alles noch intensiver recherchieren oder die Wanderung direkt mit einer Führung durch die Villa verbinden (wenn nicht gerade Pandemie ist). Der Einstieg in diese Tour findet sich wenige Schritte von der Villa entfernt: Bei der Talstation der Rietburgbahn.

Rietburgbahn
Nuff gehts“ mit der Rietburgbahn

Die älteste Pfälzer Sesselbahn stammt aus dem Jahr 1954 und überwindet die 220 Höhenmeter zur Rietburg hoch in geschätzten acht Minuten. Allen Wanderern, die diese Tour gemütlich angehen wollen, sei die Fahrt mit der Bahn empfohlen. Alle anderen folgen dem blau-gelben Balken, zuerst auf dem breiten Forstweg, dann auf einem Pfad steil bergauf. Achtung: Nicht die Abzweigung nach links auf das schmale Pfädchen übersehen! Man erreicht noch einen Pavillon, von König Ludwig persönlich „Schöner Punkt“ getauft. Danach ein letzter steiler Aufstieg, noch eine letzte spitze Kehre und man ist an der 536 Meter hoch gelegenen Rietburg angekommen.

Ab jetzt beginnt eine entspannte, bequeme Wanderung mit nur noch kurzen Auf- und Abstiegen. Man folgt weiter dem blau-gelben Balken und muss nun aufmerksam sein, um den Abzweig zum Ludwigsturm nicht zu verpassen. Bei der Orientierung hilft die Markierungen des „Rietburg-Rundwanderweg“ (stilisiertes Schloss) und des „Blättersbergweg“ (stilisierte Pflanze). Nach 1,5 Kilometern erreicht man so einen kleinen Rastplatz mit Schutzhütte am Ludwigsturm, dessen Namensgeber – wie könnte es anders sein – König Ludwig I. ist.

Wandertipp_Croissant_Pfalz_Edenkoben_Ludwigsturm
Rast am Ludwigsturm.

Der 15 Meter hohe Sandsteinturm auf dem Blättersberg ist ein anerkanntes Kulturdenkmal. Das nächste Ziel, die Nello-Hütte, ist auf einem etwas versteckten Wegweiser ausgeschildert und nur drei Kilometer entfernt. Man wandert nun sanft bergab auf dem wunderschönen „Candidus-Pfad“. Mehrmals werden breite Waldwege gequert. Man folgt aber konsequent dem blau-gelben Balken, der zum Kohlplatz führt. An dieser Wegspinne, die in früheren Jahrhunderten Standort für Kohlemeiler war und an der viele Wanderwege zusammentreffen, orientiert man sich neu. Jetzt folgt man, an einem Ritterstein vorbei, dem blau-weißen Balken zur Nello-Hütte. Der 500 Meter kurze Abstieg ist so knackig, dass ein Wanderstock gute Dienste leistet.

Nellohütte
Vom Kohlplatz zur Nello-Hütte ist es ein kurzer, aber sehr steiler Abstieg. Allerdings gibt es auch eine längere Umgehungsstrecke, die sogar für Kinderwagen geeignet ist.

Es ist wirklich nur ein Katzensprung von hier bis zur Amicitia-Hütte. Allerdings kann man sich auch auf dem kurzen Weg verlaufen! Die Markierung ist an dieser Stelle meiner Meinung nach nicht ideal. Denn wer konsequent dem blau-weißen Balken folgt, läuft schnell an der Amicitia-Hütte, die auch „Sieben Quellen“ genannt wird, vorbei. Man geht also erst auf dem Weg, der zur Hütte weist und hat den Bachlauf rechts. An der Stelle, wo dieser überquert wird, folgt man nicht dem Weg in gerader Richtung, sondern nach rechts leicht ansteigend. Erst ein paar Schritte weiter sieht man den Hinweis wieder. Links unten erscheint dann schon gleich die Amicitia-Hütte, man läuft aber noch eine ganze Weile oberhalb entlang, bevor links ein markierter Pfad nach unten zur Hütte führt.

Amicitiahütte
Die Amicitia-Hütte wird auch „Sieben-Quellen-Haus“ genannt.

Ab hier beginnt der Rückweg. Man umrundet das Toilettenhäuschen der Hütte, geht danach rechts auf einen schmalen Pfad oberhalb des Meisentalbaches und hat die nächsten 1,5 Kilometer keine Markierung. Man hält sich an der Stelle, an der das Pfädchen auf einen breiten Waldweg trifft, rechts und dann immer geradeaus durch das Wasserschutzgebiet Edenkoben. Bald taucht der rote Punkt auf, dem man nun folgt, bis an einer Kreuzung die Markierung des „Pälzer Keschdewegs“ erscheint. Dieser Weitwanderweg, der parallel zur Weinstraße verläuft, führt zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück. Wer möchte, plant nun auch noch einen kurzen Abstecher zur Mariengrotte – ein lauschiges Plätzen zur inneren Einkehr – ein. Dann geht es noch einmal im Zick-Zack kräftig ansteigend zum „Schweizerhaus“ in die Höhe. Als nächstes erreicht man die Rietania-Hütte direkt am Wanderweg zwischen Rhodt und Weyher gelegen. Ab hier ist es nur noch ein Kilometer vom Ziel und schon steht man wieder vor der Villa Ludwigshöhe.

Am Schweizerhaus.
Abstecher zur Mariengrotte.

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