Ein „Klassiker“: Vier Burgen an der deutsch-französischen Grenze

Unterwegs auf dem Grenzgängerweg, 12 km, mittel.

Vier – mal mehr, mal weniger gut erhaltene – Burgen (Wegelnburg, Hohenburg, Burg Löwenstein, Burg Fleckenstein) gibt es auf einem etwa zwölf Kilometer langen Rundwanderweg entlang des pfälzisch-elsässischen Grenzgebiets zu entdecken. Start und Ziel ist in Nothweiler, es gibt aber zahlreiche Varianten dieser Tour! Ein Abstecher zur Eisenerzgrube in Nothweiler bietet sich an. Vor allem Burg Fleckenstein ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und bietet ein tolles Kinderprogramm an.

 

Hinweis und Allgemeines: Im Internet findet man viele Infos, Varianten und auch den GPS-Track zu dieser Tour, die ich als einen „Klassiker“ der Wanderungen in unserer Region bezeichnen würde. Die abwechslungsreiche Strecke ist auch immer schön für einen Ausflug mit Besuchern geeignet. Für die teilweise starken Steigungen kann ein Wanderstock nicht schaden.
Dennoch gilt: Mein Bericht soll eine kleine Orientierungshilfe bieten, die Strecke und ihre Begebenheiten vorstellen und helfen, die Anforderungen der Tour einzuschätzen. Vergesst nicht, zusätzliches Kartenmaterial mitzuführen und euch vor Antritt der Wanderung über Streckensperrungen, An- und Abreise, Öffnungszeiten usw. zu informieren.

An- und Abreise: Mit dem Auto über Bad Bergzabern und Niederschlettenbach bis nach Nothweiler. Mit der Bahn über Landau oder Pirmasens bis nach Hinterweidenthal. Von dort oder ab Dahn mit dem Bus bis nach Nothweiler. http://www.kvv.de, http://www.vrn.de, http://www.sncf.fr

Einkehren: In Nothweiler, bei der Burg Fleckenstein oder am Gimbelhof.

Wegmarkierung: Rot-gelber Balken, roter Balken, rot-weiß-rote Balken auf weißem Rechteck, blauer Punkt, rotes Kreuz. (Alternativen möglich)

Weitere Infos beim Dahner Felsenland: http://www.dahner-felsenland.de. Südwestpfalz-Touristik in Pirmasens: http://www.suedwestpfalz-touristik.de. Gemeinde Lembach: http://www.ot-lembach.com. Zur Fleckenstein: http://www.fleckenstein.fr/de

Die Erzgrube in Nothweiler: Bei der Tour bietet sich der Besuch des St. Anna Stollens in Nothweiler an – muss aber entsprechend im Vorfeld geplant werden! Die Eisenerzgrube ist seit Ende März 2018 bis zum 31. Oktober 2018 geöffnet: Mittwoch bis Sonntag/Feiertag von 11 bis 17 Uhr. Führungen zu jeder vollen Stunde, letzte Führung um 17 Uhr. Regulärer Eintritt für Kinder (ab 6 Jahre): 3,50 Euro, Erwachsene: 5 Euro. Montag und Dienstag Ruhetag. Weitere Infos und Anmeldung für Führungen: www.nothweiler.de.

Eisenerzgrube Nothweiler 1 Foto K.Groß (002)

Streckenbeschreibung: Los geht es am Zeppelinbrunnen im beschaulichen Nothweiler und wir laufen hinter „Vetters Scheune“ nach links auf einen asphaltierten Weg. Der Markierung rot-gelber Balken folgend, geht es über Wiesen und Felder bis zum Waldrand. Unser Pfad steigt kontinuierlich an, führt durch einen Felsdurchbruch und folgt mehreren Windungen, um nach etwa zwei Kilometern die höchstgelegene Burganlage der Pfalz zu erreichen. Die Wegelnburg liegt auf 572 Höhenmetern und der Aufstieg lohnt sich schon alleine wegen des tollen Blicks in die Ferne. Nun folgen wir dem roten Balken, der uns über die imaginäre deutsch-französische Grenze, am Maidenbrunnen vorbei, zu Burgruine Hohenburg führt. Diese fiel im späten 15. Jahrhundert als Erbe an die Herren von Sickingen. Der streitbare Reichsritter Franz erweiterte sie um neue Befestigungsanlagen, dennoch entging auch sie ihrem Schicksal nicht und wurde wie die Wegelnburg im 17. Jahrhundert vollständig zerstört.

Liegen zwischen den Burgruinen etwa zehn Minuten Fußmarsch, geht es jetzt noch flotter zu unserem nächsten Ziel. Burg Löwenstein erreichen wir bereits nach fünf weiteren Wanderminuten, wobei wir der Markierung rot-weiß-rote Balken auf weißem Rechteck folgen. Von dem ehemaligen Raubritternest sind lediglich noch die Felsen, auf denen die Anlage errichtet war, übrig geblieben. Die Geschichte von Burg Löwenstein endet bereits im 14. Jahrhundert. Ab hier geht der Weg angenehm bergab, zunächst über einen mit Steinen übersäten, schmalen Pfad bis wir am Col Hohenbourg eine Wegspinne erreichen. Danach halten wir uns links und wandern auf einem breiten Waldweg zum  Höhepunkt unserer heutigen Tour, zur Burg Fleckenstein.

Burg Fleckenstein Pfalz Elsass Chateau du Fleckstein
Auf einem gewaltigen, rund 30 Meter hohen Sandsteinfelsen gelegen, ragt Burg Fleckenstein  empor. Gut erhalten sind die Mauerreste von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Teile des Treppenturms und des Brunnens, verschiedene Kellerräume und Aufgänge im Felsen.

Wenn diese Steine sprechen könnten, dann würden sie uns von über 900 Jahren europäischer Geschichte erzählen. Solange schon trotzt die Felsenburg, die sich heute im Besitz der Gemeinde Lembach befindet, allen Anfeindungen durch Mensch und Natur. Denkmalschutz und ständige Restaurierungsarbeiten sichern ihre gigantischen Mauern und bewahren sie vor weiterem Zerfall.

Nachdem wir die Burganlage angeschaut und die Panorama-Aussicht auf die Nordvogesen und den Pfälzerwald genossen haben, kehren wir zum Informationszentrum zurück. Von hier geht es an einem Köhlerei-Lehrpfad vorbei, bis zur nächsten Einkehrmöglichkeit. Diese Strecke ist auch für Kinder leicht zu bewältigen, zumal beim allseits beliebten Gimbelhof ein mittelalterlich gestalteter Abenteuerspielplatz auf sie wartet und wir folgen ab jetzt dem blauen Punkt. Am Col du Litschhof erreichen wir eine Wegspinne mit Parkplatz, an der wir uns links orientieren. Unsere letzte Markierung für heute, das rote Kreuz, führt uns durch den Wald am Parkplatz Nothweiler vorbei, in das Dorf zurück.

 

 

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