Pfalz: Herbstliche Tour zur Annakapelle

Burrweiler, 11 Kilometer, Mittelschwer

Noch ist der da, der Herbst in der Pfalz. Das Rebenmeer ist bunt gefärbt und in den Pfälzerwald-Hütten fließt der Neue Wein. Eine richtig schöne Tour in dieser Zeit ist der Keschdeweg, der allerdings teilweise nicht eindeutig markiert ist, weshalb man zusätzliches Kartenmaterial bei der Wanderung nicht vergessen sollte. Man kommt an einigen beliebten Kastanien-Sammeplätzen vorbei. Im Oktober, als wir die Wanderung gemacht haben, war allerdings schon Vieles weggesammelt…

An-/Abreise: Mit dem Auto über die A65, Abfahrt Edenkoben, weiter in Richtung Edesheim und dort Richtung Hainfeld. Entlang der Deutschen Weinstraße nach Burrweiler. Parkplätze sind an der Gutsschänke St. Annagut oder im Ortszentrum von Burrweiler zu finden. Mit dem Bus ab Neustadt oder Landau bis zum Haltepunkt Burrweiler Mitte: www.kvv.de, www.vrn.de.

Allgemeines: Wir hatten ein GPS-Gerät dabei, um ganz auf Nummer sicher zu gehen. Es handelt sich bei der Strecke allerdings auch nicht um einen Geheimtipp und man trifft viele Wanderer unterwegs. Dennoch: Verlaufen ist ärgerlich, dehalb vorher informieren! Z.B: Auch im Internet unter http://www.keschdeweg.de (Da gibts auch den GPS-Track).

Streckenbeschreibung: Los geht es an der Gutsschänke St. Annagut, wobei bei dem Rundweg auch andere Einstiegsmöglichkeiten gewählt werden können. Das Parken gestaltet sich etwas abenteuerlich, da es oben auf dem Berg steil und teils eng zugeht. Dafür entschädigt bereits jetzt die tolle Weitsicht. Wir folgen vom Parkplatz aus dem absteigenden Weg (Garten der Gutsschänke zu unserer Rechten) in Richtung Burrweiler und biegen gleich nach links auf einen asphaltierten Feldweg ein. Hier musten wir das erste mal genau nach unserer Markierung schauen. So kommen wir ins Rebenmeer und genießen den ersten tollen Ausblick dieser Tour auf die Pfälzer Hügellandschaft.

 

DSC_0482
Aussicht auf die herbstliche Pfalz zu Beginn der Wanderung.

Den beschaulichen Ort Burrweiler durchqueren wir auf der Straße „Am Gewannenpfad“, biegen an deren Ende nach rechts auf die Mönchstraße, die zur Gaisbergstraße wird. Am Ortsende geht es nach links und – wir schauen bereits wieder in die offene Landschaft, die St.-Anna-Kapelle thront oberhalb von uns am Waldrand – über die Straße „Am Schlossberg“ in Richtung Burrweilermühle.

DSC_0492
Unterwegs in Richtung Burrweilermühle.

Weder Burrweiler noch der gehobene Gastronomiebetrieb Burrweilermühle sind Geheimtipps und wir haben die ganze Zeit weitere Ausflügler getroffen. Dies ändert sich nun, denn unser Weg steigt hinter der Tierweide gegenüber des Restaurants gelegen steil an – kurz, aber knackig.

burrweiler Mühle
Blick von der Burrweilermühle aus. Hinten rechts im Bild ist der ansteigende Weg zu sehen, an dessen Ende wir rechts gehen.

Oben entscheiden wird uns für den rechten Grasweg, der uns im Verlauf noch weiter in die Höhe bringt. Durch die Weinberge laufen wir nun auf den Ort Weyher zu und orientieren uns an der Markierung „Wanderweg Deutsche Weinstraße“ und dem „Pfälzer Mandelpfad“.

SAMSUNG CSC
Blick auf Weyher. Wir sind nun ein Stück auf dem Mandelpfad unterwegs.

Dieser führt uns über die Josef-Meyer-Straße in den Ort hinein. Ein Blick hinter das historische Rathaus lohnt sich, denn dort ist der Kattelbasbrunnen zu finden – der einzige Hebammenbrunnen Deutschlands. Wir laufen weiter auf der Josef-Meyer-Straße und halten uns dann leicht aufsteigend links auf der Straße „Oberdorf“, die uns aus dem Ort hinaus und in den Wald zur (hoch frequentierten) Rietania-Hütte bringt. Von hier wäre es übrigens auch nur ein kurzer Abstecher zur Villa Ludwigshöhe oder nach Rhodt unter Rietburg.

Kettelbas-Brunnen
Der Kattelbasbrunnen in der Ortsmitte von Weyher.

Von der Rietania-Hütte ist es ein knackiger Anstieg zum Schweizer Haus, das derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Über schmale Waldpfade steigen wir ab hier in Kehren hinab zur Mariengrotte, einen besinnlichen Ort der Marienverehrung. Wir müssen bei diesem Teilabschnitt aufmerksam sein, um unseren Weg in der Dichte der Markierungen nicht zu verlieren und orientieren uns zusätzlich zum Kastanien-Symbol an dem roten Balken.

mariengrotte
Versteckt im Wald liegt die Mariengrotte – ein stiller Platz der inneren Einkehr.

Der Abstieg ins Modenbachtal endet bei dem Landgut Buschmühle, das ebenfalls für eine gehobene Gastronomie bekannt ist und das wir nach dem Überqueren der Landstraße L506 erreichen. Wir haben einen letzten knackigen Anstieg vor uns, der uns über rund zwei Kilometer hinauf zur St.-Anna-Kapelle bringen wird. Zunächst müssen wir aber nach links der Straße folgen, die uns ein Stück hinter dem Parkplatz auf der rechten Seite wieder in den Wald führt. Auf einem weichen Waldboden kommen wir so zur St.-Anna-Kapelle, die wir während unserer Wanderung bereits mehrere Male aus der Ferne erblickt haben. Genau dort ist mit der urigen St.-Anna-Hütte eine weitere (und ebenfalls beliebte) Einkehrmöglichkeit zu finden. Wir nehmen uns Zeit, die Kapelle zu erkunden und den Fernblick von den installierten Sonnenliegen aus zu genießen. Denn nur noch ein kurzer Abstieg über zwei Serpentinen ist es bis zum Parkplatz beim St. Annagut, wo unsere abwechslungsreiche Tour endet.

Annakapelle
„Heilge Sankt Ann‘, schick mir einen Mann“ – Vor allem ledige Frauen pilgerten früher zur Anna-Kapelle. Heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel und wird u.a. für Hochzeiten genutzt.

 

Kommentare sind geschlossen.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑