Lemberg. Sportlich durchs Elsass

Rundtour bei Lemberg im Elsass. 14 Kilometer. Mittel/Schwer.

Ganz schön viel zu sehen gibt es auf dieser sportlichen Tour im Elsass. Trittsicherheit ist allerdings gefragt und ein Wermutstropfen ist der Streckenabschnitt, auf dem direkt an der Straße gelaufen werden muss. Immer wieder gibt es Kürzungsmöglichkeiten und mehrere Streckenvarianten sind möglich. Ich empfehle – vor allem wenn man fremd ist – zusätzliches Kartenmaterial mitzuführen. Auch Wanderstöcke sollten im Gepäck nicht fehlen, damit man diese äußerst reizvolle Strecke ohne Verlaufen genießen kann.

Streckenlänge: 14 sportliche Kilometer

GPS-Track bei ourdooractive (kostenlose Anmeldung erforderlich): https://www.outdooractive.com/de/wanderung/lorraine/rundtour-bei-lemberg-im-elsass.-14-kilometer.-mittel-schwer./112240759/

Markierung: Blaues Dreieck, gelber Kreis, gelbe Raute, weiß-gelb-weißes Rechteck, gelbes Kreuz, rotes Dreieck.

Gastro-Tipp: Hütte des Vogesenclubs (Charlet): Nur Barbetrieb freitags und samstags, 17 bis 20 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Es gibt einige Restaurants in Schwangerbach, die allerdings erst gegen Abend öffnen. Gastronomie in Lemberg und den umliegenden Ortschaften in Frankreich und Deutschland. Mit dem „Au Cheval Blanc“ in Lembach liegt ein Zwei-Sterne-Restaurant in unmittelbarer Nähe.

An- und Abreise: Ausfahrt Hagenau in Richtung Straßbourg/Lauterbourg. Ab Hagenau weiter auf N62 nach Philippsbourg. Über Baerenthal nach Lemberg. Die Hütte des Vogesenclubs („Chalet du Club Vosgien“) liegt in der Rue du Mont des Baies und ist im Ort ausgeschildert. Der Bahnstrecke in Lemberg ist nicht mehr aktiv. Ab Bitche fahren unregelmäßig Busse.  http://www.kvv.de, http://www.vrn.de., http://www.sncf.fr., bahn.de.

Hinweis und Allgemeines: Auf dieser Strecke sollte zusätzliches Kartenmaterial nicht fehlen. Gerade in einer fremden Region wie dem Elsass ist ein Verlaufer ärgerlich.  Deshalb: Vorher informieren! Zum Beispiel beim Vogesenclub der Region: www.clubvosgienbitche.fr und regionale Touristinfo: http://www.tourisme-paysdebitche.fr (beide Seiten auch auf Deutsch und mit Infos zu Kartenmaterial), www.club-vosgien-lemberg.net (französische Seite). Vergesst nicht, dass es kein deutsches Handy- und Datennetz gibt. 

Streckenbeschreibung: Ich finde ja, das von meiner Heimat aus nahe gelegene Elsass ist immer einen Ausflug wert und verbinde die Wanderungen gerne noch mit einem Einkauf im französischen Supermarkt oder einem Stadtbummel. Doch vor der Kür kommt die Pflicht und und so starten wir an der Hütte des Vogesenclubs in Lemberg („Chalet du Club Vosgien“), an der wir uns an der Markierung „blaues Dreieck“ orientieren. Wir laufen die Stufen vor dem Haus hinunter und halten uns auf dem Asphaltweg, auf den das steile Pfädchen stößt, links. Kurz darauf geht rechts ein Waldpfad ab, der uns durch einen kleinen Tunnel und in Kehren hinab zum Wasserfelsen führt.

Elsass Lobsann Wasserfall
Ganz schön nebelig wars auf unserer Tour. Doch es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter und so…

Elsass Lobsann Wasserfall

Wir überqueren die Brücke an dieser Stelle nicht, sondern bleiben weiter auf dem markierten Pfad, der uns hinunter zum Ondines-Wasserfall („Cascade des Ondines“) bringt. Schon bald sind wir bei unserem nächsten Stopp am „Lavoir Helloch“, einem eingefassten Wasserbecken. Eine kleine Madonnenstatue wacht über dieses nette Plätzchen im Wald. Unsere Markierung ist nun der gelbe Kreis, der uns steil nach unten auf einen breiten Weg und an einigen Weihern vorbei führt. An der nächsten, markanten Kreuzung geht es für uns geradeaus in Richtung „Bildmuhl Inférieure“. In dem kleinen Bildmuhl-Tal befanden sich vor dem Zweiten Weltkrieg mehrere Mühlen, die mittlerweile zerfallen sind. An die Menschen, die hier ihr zuhause hatten, erinnern auf einer schönen Waldlichtung überwucherte Steinmauern und die Schutzpatronin („La Matrone“). Der gelbe Kreis weist uns den Weg einige Stufen rechts hinunter und an dieser Stelle, in der Nähe eines großen Rastplatzes, ist die etwa 60 Zentimeter hohe, gallo-römische Skulptur zu sehen, die eine Göttin darstellt. (Ok, wir mussten etwas suchen, bis wir die Göttin gefunden hatten… 😉 ). Sie befand sich einst im Keller eines Gebäudes, wo sie wohl um das 2. Jahrhundert in den Stein gehauen und im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurde. Unser Weg verläuft nun in Richtung der „Grotten (grottes)“. Diese entpuppen sich als Buntsandsteinfelsen, die uns immer wieder auf der heutigen Tour begegnen werden und uns ans Dahner Felsenland erinnern. . Die natürlichen Aushöhlungen in den Felsen, an denen wir auf einem schmalen Pfad entlang marschieren, dienten der Bevölkerung während des Zweiten Weltkrieges als Zufluchtsort und werden heute noch gerne als Rastplätze genutzt. Und tatsächlich sehen wir Spuren von Lagerfeuer und treffen Wanderer beim Vesper. Nach einer abrupten Linkskurve, hopsen wir über ein kleines Bächlein und der Weg steigt wieder an. Bald erreichen wir des „Hasslinger Felsen“. Nun ist Aufmerksamkeit gefragt, denn der schmale, abenteuerliche Pfad schlängelt sich unterhalb der Felsenkette entlang und der Einstieg liegt versteckt hinter einem Felsenspalt. Wer weniger wagemutig ist, bleibt einfach auf dem breiten Hauptweg und läuft oberhalb der Buntsandsteine entlang. Noch eine ganze Zeit lang, geht es für uns bergauf und bergab, denn wir wollen auch den „Chorfelsen“ und den „Krippenfelsen“ erklimmen. Aufmerksamkeit ist gefragt, um den gelben Kreis nicht aus den Augen zu verlieren. An einer Wegspinne liegt abseits der Brücke das Denkmal „Stèle Américaine“, das an Kriegsopfer erinnert. Wir überqueren die Brücke (Markierung gelbe Raute) und finden uns nach wenigen Minuten an der Kreuzung „Carrefour du Pont Neuf“ wieder. Das weiß-gelb-weiße Rechteck geleitet uns in die Höhe und zu einem weißen Kreuz, das dem Hl. Hubertus („Croix St-Hubert“) gewidmet ist. Mit Blick auf das Denkmal, das außerdem die höchste Stelle unserer Wanderung markiert, geht es für uns nach rechts weiter, von der Bergkuppe hinunter und am „Tombe Russe“, einem weiteren kleinen Denkmal, vorbei in Richtung Wolfsbronn. An der Kreuzung „Gros Hêtre“, die nach einem idyllischen Marsch durch ein Tannenwäldchen auftaucht, wird unsere Abzweigung mit einem gelben Punkt markiert, der anfangs leider etwas versteckt ist. Auf dem schmalen, absteigenden Pfad gelangen wir in Kehren zum Jagdhaus Wolfsbrunn („maison forestière du Wolfsbronn“), das wir umrunden und so auf den breiten Hauptweg in Richtung Schwangerbach kommen. Das gelbe Kreuz führt uns zu der Häuseransammlung, die zu dem Ort Reyersviller gehört. An der Hauptstraße angekommen, halten wir uns links uns beginnen nun den unschönen Teil der Wanderung.

Elsass Lobsann Schwangerbach
In Schwangerbach gibt es einige kleine Gastronomiebetriebe. Bei unserer Tour waren jedoch alle samt geschlossen.

Denn eine ganze Zeit lang müssen wir nun an der viel befahrenen Straße entlanglaufen, eine Alternative gibt es nicht. Erst nach rund 700 Metern weist uns das gelbe Kreuz den Weg nach links und bald wieder in den Wald hinein. Der Weg nach Lemberg ist bereits angeschrieben und nach einem weiteren Anstieg, müssen wir eine Wiese und die Landstraße, an der wir bereits entlanggelaufen sind, nach etwa 150 Metern nach rechts nochmals queren. An der Waldkreuzung nach der Straßenüberquerung („carrefour des cerisiers“) besteht nun die Möglichkeit, einen Abstecher zum Dreibilderfelsen („Rocher des Trois Figures“) zu machen, bei dem es sich um drei gallo-römische Figuren handelt, die in einen Stein gemeißelt wurden. Wir halten uns an dieser Kreuzung allerdings links, folgen dem roten Dreieck und kommen bald aus dem Wald heraus. So stoßen wir auf einige Tierweiden, an denen unser Weg wiederum nach links führt, queren die Straße nach Lemberg und gehen über eine Wiese nach oben. Dieser Trampelpfad ist trotz Markierung leicht zu übersehen und bringt uns zum Sportplatz des Dorfes. Ein Pfad führt unterhalb der Häuser entlang und bringt uns erneut für kurze Zeit in den Wald, wo wir unterhalb der Hütte des Vogesenclubs ankommen. Über die bereits bekannten Stufen gelangen wird wieder zur Hütte und zum Ende der heutigen, sehr erlebnisreichen Tour.

 

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